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EXPERTE BESORGT

Corona: Bei keiner Kinderkrankheit landen mehr Kinder im Spital

Symbolbild (FOTO: iStockphoto)

Keine Kinderkrankheit würde zu so vielen Aufenthalten im Spital und auf den Intensivstationen führen, wie Corona. Aktuell liegen 6 Babys mit Corona im Spital.

Heute wird die EMA-Entscheidung über die Zulassung der Corona-Impfung für Fünf- bis Elfjährige erwartet. Im Vorfeld betonte Karl Zwiauer, Mitglied des Nationalen Impfgremiums, einmal mehr, dass keine Kinderkrankheit zu so vielen Krankenhaus- und Intensivstationsaufenthalten führe, wie Corona. Laut den Daten der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) landeten im April 2021, in der dritten Pandemiewelle, pro Woche ein bis drei Kinder und Jugendliche auf den Intensivstationen.

6 Babys im Krankenhaus
Das Virus verbreitet sich auch aktuell besonders schnell unter Kindern. Die 7-Tage-Inzidenz lag in der Gruppe der Sechs- bis 14-Jährigen zuletzt bei 2.425,6 (!). Aktuell liegen etwa in der Steiermark acht Kinder mit Corona im Krankenhaus – sechs davon sind noch Babys unter einem Jahr! Ein Frühchen muss sogar auf der Intensivstation behandelt werden. Damit wird eine Covid-Infektion zu einem „unkalkulierbaren Risiko“ für Kinder, so Kinderarzt Zwiauer.

Als Vergleichs-Krankheit nannte Zwiauer die Masern, an denen eines von 1.000 infizierten Kindern schwer erkrankt: „Mit der Impfung haben wir das in den Griff bekommen“, stellte er fest. Nun möchte man das gleiche Ergebnis mit der Covid-Impfung von fünf- bis elfjährigen Kindern erzielen. Außerdem könne man nicht abschätzen, ob ein Kind an Long Covid erkrankt oder nicht. „Auch wenn nur drei Prozent der Kinder Long Covid entwickeln – und das ist sehr niedrig gegriffen – gibt es Zigtausend Betroffene“, warnte der Experte.

Impfung für Kinder unbedenklich
Laut dem Kinderarzt gebe es keinen Grund zur Sorge bzgl. der Corona-Impfung von Kindern. Bedenken über mögliche Nebenwirkungen habe es bereits vor der Zulassung für Jugendliche gegeben. Jedoch seien keine aufgetreten, außer einem niedrigen Risiko für eine Herzmuskelentzündung. Zwiauer geht davon aus, dass es bei den noch Jüngeren ebenfalls keine neuen, unbekannten Nebenwirkungen der Impfung geben werde. Aus den USA, wo die Impfung für Fünf- bis Elfjährige bereits zugelassen ist, kämen keine Mahnhinweise.

Daher spreche absolut nichts gegen eine Impfung, „von der wir bis dato wissen, dass sie sehr gut vertragen wird“ im Gegensatz zum Risiko einer Covid-Infektion mit einer großen Bandbreite an Krankheitsbildern. Übrigens werden in Österreich Kinder bereits „off-label“ gegen das Coronavirus geimpft – etwa in Wien im Austria Center Vienna. Die Entscheidung der EMA über eine offizielle Zulassung wird für heute Donnerstag erwartet.

Quellen und Links:

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