Britische Flaggen, Trump-Kappen und Gewalt gegen Polizisten: In London marschieren 110.000 Menschen bei der größten rechtsgerichteten Demonstration der jüngeren Geschichte.
In London sind am Samstag mehr als 100.000 Menschen bei einer Anti-Einwanderungskundgebung auf die Straßen gegangen. Nach Polizeiangaben beteiligten sich rund 110.000 Personen an dem Protestmarsch, der vom umstrittenen Aktivisten Tommy Robinson organisiert wurde. Es handelt sich damit um die größte rechtsgerichtete Demonstration der jüngeren britischen Geschichte.
Die Teilnehmer schwenkten britische und englische Nationalflaggen, vereinzelt waren auch US-amerikanische und israelische Flaggen sowie Kappen mit Donald Trumps „MAGA“ (Make America Great Again)-Slogan zu sehen. Viele Demonstranten skandierten Parolen gegen den amtierenden Premierminister Keir Starmer und trugen Plakate mit Aufschriften wie „Schickt sie nach Hause“.
Robinsons Bewegung
Organisator Robinson, der mit bürgerlichem Namen Stephen Yaxley-Lennon heißt und mehrere Vorstrafen hat, verkündete vor seinen Anhängern: „Heute hat der Funke einer kulturellen Revolution in Großbritannien gezündet.“ Per Videobotschaft meldete sich auch Tesla-Gründer Elon Musk zu Wort und forderte einen Regierungswechsel in Großbritannien.
Robinson, der sich selbständig als investigativen Journalisten bezeichnet, der staatliches Fehlverhalten aufdecke, steht an der Spitze einer Protestbewegung, die den Höhepunkt eines politisch aufgeheizten Sommers markiert. In den vergangenen Monaten kam es wiederholt zu Demonstrationen vor Hotels, in denen Migranten untergebracht sind.
Massive Protest in England 🚨
A far right rally called "Unite the Kingdom" led by Tommy Robinson, took place in London, UK.
The march was framed around "free speech" and anti-immigration themes.
Over 1 million protesters Participated.
Video 📷 #UnitedKingdom #immigrants pic.twitter.com/1mjwZTzrfh
— Mayank (@mayankcdp) September 13, 2025
Gewalt gegen Polizei
Die Ausschreitungen richteten sich auch gegen die Einsatzkräfte vor Ort. Laut Polizeibericht wurden Beamte, die versuchten, die Demonstranten auf der genehmigten Route zu halten, mit „inakzeptabler Gewalt“ konfrontiert.
Polizisten seien getreten und geschlagen worden, zudem hätten Demonstranten Flaschen, Leuchtfackeln und andere Gegenstände auf die Einsatzkräfte geworfen. Die Polizei bestätigte, dass mindestens 26 Beamte verletzt wurden, vier davon schwer. Viele Teilnehmer gingen gezielt mit Gewalt vor und versuchten, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen.
Die Polizei nahm bislang mindestens 25 Personen wegen gewalttätigen Übergriffen, Körperverletzung und Sachbeschädigung fest und kündigte weitere Festnahmen an.
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Kicking off in london – Punches and clashes between protesters in london today – police trying to do their best but so many protesters on the street …. pic.twitter.com/A103d8g7SK
— Paul Brown 🇬🇧 Browns fan🏈 London News 🎥Vlogger (@PaulBrown_UK) September 13, 2025
Parallel zur rechten Kundgebung formierte sich eine Gegendemonstration unter dem Motto „Aufstehen gegen Rassismus“, an der sich etwa 5000 Menschen beteiligten.
Die Londoner Polizei war nach eigenen Angaben mit mehr als 1600 Beamten im Einsatz, deren Arbeit zusätzlich durch zeitgleich stattfindende hochkarätige Fußballspiele und Konzerte in London erschwert wurde.