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PROBLEMATIK

Demografische Veränderung stellt Bosnien-Herzegowina vor große Herausforderungen

Derzeit kämpft Bosnien-Herzegowina mit demografischen Problemen, einerseits mit Abwanderung, andererseits mit der Altersstruktur. (Foto: zVg.)

Die niedrige Geburtenrate, die Altersstruktur und die Abwanderung haben gravierende Folgen auf die Einwohnerzahl Bosnien-Herzegowinas.

Offizielle Statistiken gibt es derzeit noch keine. Zahlen haben einige bosnische Medien aufgegriffen und auch der Vorsitzende des bosnischen Staatspräsidiums, Mladen Ivanic, kam letze Woche auf diese zu sprechen. So sollen jährlich bis zu 50.000 Menschen das Land verlassen. Nach Angaben einer Botschaft sollen für bosnische Staatsbürger 15.000 Arbeitsvisa ausgestellt worden sein. Ivanic schätzt die Zahl der Arbeitsvisa auf insgesamt 30.000, die im vergangenen Jahr. Hinzu kommen die niedrige Geburtenraten und der Trend bei der Altersstruktur. Denn die Zahl der älteren Personen wächst, während die Zahl der Arbeitskräfte sinkt. Durch die Abwanderung gibt es immer weniger Beschäftigte die die staatlichen Fonds füllen könnten.

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Die demographische Veränderung lässt sich auch in den bosnischen Schulen feststellen. Aufgrund der sinkenden Schülerzahlen müssten Klassen, in bestimmten Regionen, zusammengelegt werden. Mit diesem Problem sieht sich der gesamte Westbalkan konfrontiert. So warnt der Demograf Stevo Pašalić, dass der Balkan nie wieder die Bevölkerungszahl aus den 90er Jahren nicht erreichen wird. Damals zählte das ehemalige Jugoslawien 23 Millionen Einwohner. Beispielsweise seien Deutschland oder Schweden attraktive Einwanderungsländer, Bosnien-Herzegowina hingegen wäre eher ein Land aus dem Menschen traditionellerweise abwandern würden, so Pašalić. Von 1991 bis 2016 sind aus Bosnien-Herzegowina insgesamt 1.150.000 Menschen emigriert.

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