Der Saisonauftakt in den Dolomiten geriet für zahlreiche Wintersportbegeisterte zur Geduldsprobe. Statt unbeschwerten Abfahrten erwarteten die Hunderten Skifahrer am vergangenen Wochenende vor allem eines: ausgedehnte Wartezeiten an den Liftanlagen.
Besonders problematisch zeigte sich die Situation am Verbindungslift zwischen Marmolata und Sellaronda in Südtirol, wo sich die Wartenden massiv stauten. Ursache der Misere war fehlendes Weiß auf den Pisten. Aufgrund der ungünstigen Schneeverhältnisse blieben viele Abfahrten gesperrt, was den ohnehin stark frequentierten Sessellift an seine Kapazitätsgrenzen brachte.
Die klimatischen Bedingungen spielten den Betreibern nicht in die Hände. Mit Temperaturen knapp über null Grad und anhaltender Trockenheit über mehrere Wochen verschärfte sich die Lage zusehends. Marco Grigoletto, Regionalpräsident des Skiverbandes ANEF, erläuterte dem giornaletrentino.it: „Bisher gab es in unseren Höhenlagen nur an etwa sechs Tagen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.“ Die Verantwortlichen setzen nun ihre Hoffnungen auf den prognostizierten Wetterumschwung am Dienstag, der endlich die künstliche Beschneiung ermöglichen könnte.
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Lange Wartezeiten
Kritisch gestaltete sich vor allem die Situation an der Verbindungspiste nach Arabba. Wegen Schneemangels musste diese komplett gesperrt werden. Für die Rückkehr stand lediglich ein einziger Sessellift zur Verfügung, dessen Kapazität für die Talfahrt von sechs auf drei Plätze reduziert wurde. Die Folge waren Wartezeiten von bis zu 45 Minuten. In sozialen Netzwerken verbreiteten sich rasch Aufnahmen der Menschenansammlungen vor den Liftanlagen. Besucher beklagten sich über „stundenlange Wartezeiten“ und „1:20 Stunden-Schlangen“. Manche Wintersportler bezeichneten das Geschehen schlicht als „Zirkus“.
Gäste-Reaktionen
Einige enttäuschte Gäste verlangten bereits die Erstattung ihrer Liftpässe, da die vorgefundenen Bedingungen weit von den erwarteten Verhältnissen abwichen. In der Facebook-Gruppe „Dolomiti Superski“, die über 105.000 Mitglieder zählt, fielen die Reaktionen unterschiedlich aus. Während ein Teil der Kommentatoren angesichts der ungewöhnlich milden Temperaturen zu Verständnis und Geduld aufrief, forderten andere Nutzer eine transparentere Kommunikation seitens der Betreiber sowie nachhaltige Verbesserungen der Infrastruktur.