Deutschklassen ab Herbst fix: Wiener Stadtschulrat übt Kritik

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Deutschklassen ab Herbst fix: Wiener Stadtschulrat übt Kritik

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In den neuen Deutschklassen sollen 15 bis 20 Stunden Deutsch unterrichtet werden. (FOTO: iStock)

Mit Anfang des neuen Schuljahres wird es erstmals so genannte Deutschklassen geben. Das Ministerium verschickte nun die Lehrpläne, die Schulen können Stellung nehmen. Doch der Wiener Stadtschulrat kritisiert, dass dies erst mitten im Sommer passiert.

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Auf die im November 2015 angekündigte Bildungsreform von SPÖ und ÖVP folgen nun die entsprechende Gesetzesentwürfe. Das erste Schulrechtspaket ist dabei der erste Teil der aus insgesamt acht Teilen bestehenden Bildungsreform.

Mehr Stunden
Rund 300 Deutschklassen werden ab Herbst in Wien eröffnet. Besuchen müssen diese Klassen jene Schüler, die dem Unterricht aufgrund ihrer Sprachkenntnisse nicht ausreichend folgen können.

Der Lehrplan sieht vor, dass in den Klassen 15 bis 20 Stunden Deutsch unterrichtet wird. Für Gegenstände wie Zeichnen, Turnen oder Musik werden die Kinder in ihre altersgemäßen Regelklassen zugeteilt.

Zu großer Zeitdruck
Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hat nun die ersten Entwürfe für die Lehrpläne der einzelnen Schultypen in Begutachtung geschickt. Für Wiens Stadtschulratspräsidenten Heinrich Himmer (SPÖ) kommt dies viel zu spät: „Deswegen ist jetzt der Zeitdruck umso größer. Es gibt eine Begutachtung mitten im Sommer, wo viele auf Urlaub sind und die Schulen geschlossen sind. Das heißt, wir tun uns jetzt sehr schwer, eine qualifizierte Rückmeldung zu geben“, so Himmer im Interview mit „Wien heute“.

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Bis 24. August können noch Stellungnahmen eingebracht werden: „Eine Woche später startet die Schule. Was soll in dieser Woche noch qualitativ verändert und verbessert werden? Das geht sich sicher nicht aus und das ist sicher zum Nachteil für den Schulstart“, meint der Wiener Stadtschulratspräsident.

Kein Platz
Die Lehrpläne müssen jedoch noch nicht verwendet werden. Im Schuljahr 2018/19 können Schulen in den Deutschklassen noch nach den bisherigen Lehrplan-Zusätzen für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache beziehungsweise Deutschförderplänen unterrichten. Die neuen Lehrpläne werden erst ab 2019/20 verpflichtend sein.

Die Deutschklassen werden ab acht Schülern pro Standort eingerichtet. Besuchen müssen sie außerdem nur jene Kinder, die in der ersten Schulstufe aufgenommen wurden, oder gerade in Österreich angekommen sind und in das österreichische Schulsystem einsteigen. Kritik an den Plänen gab es in den vergangenen Wochen von der türkis-blauen Regierung. Unter anderem soll es in Wien zu wenig Platz für die eigenen Klassen geben.