Start AKTUELLE AUSGABE Die Hüterinnen unserer Gesundheit während der Pandemie
HELDINNEN

Die Hüterinnen unserer Gesundheit während der Pandemie

Olivera Đikić: “Ich bin mit meinem Team sehr zufrieden und wir arbeiten wirklich gut zusammen, wie eine kleine Familie.” (FOTO: Hauscomfort)

Olivera Đikić
Firma: Hauscomfort
Reinigungsbereich: Pflegeheim

Instandhaltung und Reinigung von Räumlichkeiten, das war schon in Serbien Oliveras Arbeit, bevor sie 2005 ihren Lebensmittelpunkt und ihre Karriere nach Österreich verlegte und hier ihren ersten Job fand. Für die Firma ­Hauscomfort­ arbeitet sie bereits seit zwei Jahren in der Reinigung von Altenheimen, was während der Corona-Pandemie zu einer echten Herausforderung wurde, da die ältesten Bevölkerungsgruppen zugleich auch die gefährdetsten waren.

„Die Pandemie hat uns überrascht, aber für die Sicherheit unserer KlientInnen und MitarbeiterInnen mussten wir schnell reagieren und unser aller Gesundheit schützen. Unsere Arbeit, die wir schon immer präzise und sorgfältig erledigt hatten, musste jetzt noch genauer ausgeführt werden. Jede Fläche musste bis in die kleinsten Ecken gereinigt und desinfiziert werden. Und das galt auch für wirklich alle Gegenstände, die jemand berühren könnte: Türen, Klinken, Stiegengeländer.”

Wie Olivera betont, vergisst man in diesen Momenten die Angst und gibt der Sicherheit der Menschen oberste Priorität. „Man weiß, dass man seine Arbeit für die eigene, aber auch für die Sicherheit aller anderen erledigen muss, wie es vorgeschrieben ist, und dabei auf das kleinste Detail achten muss. Wir haben in der Firma sogar eine eigene Wäscherei, in der wir unsere Arbeitskleidung ausziehen und sie nach jeder Schicht waschen. Wenn wir nach Hause kommen, desinfizieren wir unsere Hände sofort, um das Übertragungsrisiko des Virus zu verringern“, erklärt Olivera.

Das vergangene Jahr, in dem sie Gebäude reinigte, in dem Angehörige dieser Hochrisikogruppe leben, war schwer für Olivera, aber sie betont, dass die Kolleginnen füreinander da waren, was ihr sehr wichtig war: „In dieser Firma habe ich Kolleginnen kennengelernt, die für mich fast wie eine Familie geworden sind. Wir alle haben uns gegenseitig unterstützt und geholfen. Für mich waren meine Chefin Brigitte und meine direkte Vorgesetzte Jelena besonders wichtig.” Olivera leitet als Vorarbeiterin derzeit ein Team von neun Mitarbeiterinnen und hofft, dass noch weitere Mitglieder zu ihrer kleinen Familie hinzustoßen werden. „Ich bin mit meinem Team sehr zufrieden und wir arbeiten wirklich gut zusammen, wie eine kleine Familie. Ich hoffe, das bleibt auch so”, schließt Olivera.

Vorheriger ArtikelMilena J. (37) von Fahrlehrer belästigt: „Mach die Beine auseinander“
Nächster ArtikelTesla-Chef Elon Musk: “Tesla wurde in Kroatien geboren als Sohn serbischer Eltern”
Nachdem sie ihr Bachelorstudium an der Fakultät für Politikwissenschaften in Belgrad abgeschlossen hat, begann Aleksandra ihre journalistische Karriere bei der Tagespresse in Serbien, wo sie bis zu ihrem Master-Abschluss gearbeitet hat. Letztes Jahr verschlug es die wissbegierige Serbin schließlich nach Wien. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft für Journalismus als Redakteurin des KOSMO-Magazins aus. Stets professionell und mit viel Interesse, berichtet sie über aktuelle politische und gesellschaftliche Themen. In ihrer Freizeit liest die Politologin am liebsten ein Buch, oder entdeckt auf ihrem Fahrrad neue Orte in Wien.