Milorad Dodik, der Präsident der Republika Srpska (eine der beiden Entitäten von Bosnien und Herzegowina), hat das Thompson-Konzert in der kroatischen Hauptstadt Zagreb mit scharfen Worten verurteilt. Bei der Veranstaltung hatten sich laut Angaben der Organisatoren mehr als 500.000 Menschen versammelt.
„Thompsons Auftritt war keine musikalische Veranstaltung, sondern eine Förderung des Revisionismus, eine Bekräftigung von Hass und Intoleranz, eine Verherrlichung von Verbrechen und jenen, die Verbrechen begangen haben“, erklärte der Präsident der Republika Srpska auf seinem X-Account.
Scharfe Verurteilung
Dodik ging in seiner Kritik noch weiter: „Das war kein Konzert, sondern eine politische Plattform für eine Ideologie, von der wir glaubten, sie sei vor 80 Jahren besiegt worden.“ Besonders alarmierend sei für ihn die Masse an Teilnehmern: „Wenn eine halbe Million Menschen einen Gruß bejubelt, unter dem Hunderttausende Serben, Juden, Roma und andere getötet wurden, dann ist das ein Alarmsignal nicht nur für Kroatien, sondern für ganz Europa.“
In seinem Statement stellte Dodik auch die Frage, welche Zukunft auf „Hass, Böswilligkeit, der Verherrlichung des Leidens anderer und der Relativierung des Todes Unschuldiger“ aufgebaut sein könne. Die Ereignisse in Zagreb würden Kroatien nicht zur Ehre gereichen und das bisher aufgebaute Vertrauen zerstören.
So sein abschließendes Urteil.
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Historisch belastete Symbolik
Im Zentrum der Kritik steht der kroatische Sänger Marko Perković Thompson, dem Kritiker vorwerfen, in seinen Liedern und Auftritten wiederholt nationalistische und revisionistische Ideologien zu fördern. Konkret geht es um die Verwendung des sogenannten „Ustascha-Grußes“ und entsprechender Symbolik, die mit dem faschistischen Regime in Verbindung stehen, das während des Zweiten Weltkriegs in Kroatien herrschte.
Unter diesem Regime wurden Hunderttausende Serben, Juden und Roma ermordet. Experten sehen in Thompsons Konzerten daher mehr als nur musikalische Veranstaltungen – sie betrachten sie als politische Inszenierungen, die historische Kriegsverbrechen verharmlosen oder gar verherrlichen.
Die massive Teilnehmerzahl von über einer halben Million Menschen bei dem Konzert in Zagreb verstärkt nach Ansicht von Beobachtern die Brisanz der Situation. Laut mehreren Medienberichten könnte dies auf eine besorgniserregende gesellschaftliche Entwicklung hindeuten, bei der historisch belastete Ideologien wieder zunehmend Akzeptanz finden.