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Familie

Dreijährige liefert Südamerikas gefürchtetsten Drogenboss ans Messer

Dreijährige liefert Südamerikas gefürchtetsten Drogenboss ans Messer
Drogenhändler Jose Adolfo Macias Villamar, genannt „Fito“ (rechts), wird am 25. Juni 2025 in Guayaquil, Ecuador, bei seiner Verlegung bewacht. FOTO: EPA/MAURICIO TORRES
3 Min. Lesezeit |

Ein Kinderwort führte zur spektakulären Festnahme: Nach 17 Monaten auf der Flucht wurde Drogenboss „Fito“ in einem unterirdischen Bunker aufgespürt – seine kleine Tochter verriet ihn.

Nach 17 Monaten Flucht wurde José Adolfo Macías Villamar, in Drogenkreisen als „Fito“ bekannt, von Sicherheitskräften gefasst. Eine gemeinsame Spezialeinheit aus Militär und Polizei spürte den 45-jährigen Anführer der kriminellen Organisation Los Choneros in seinem Heimatort Manta auf. Der Drogenboss hatte sich in einem unterirdischen Bunker verschanzt. Ironischerweise führte seine dreijährige Tochter die Ermittler unbeabsichtigt auf seine Spur. Als Sicherheitskräfte das Mädchen in der Nähe des Verstecks antrafen und nach ihrem Vater fragten, antwortete sie arglos, er befinde sich zu Hause. Kurz darauf erfolgte der Zugriff.

Kriminelle Vergangenheit

Der Bandenchef war 2011 wegen schwerer Drogen- und Waffendelikte zu einer 34-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Im Jänner dieses Jahres gelang ihm unter mysteriösen Umständen der Ausbruch aus einer Haftanstalt in Guayaquil – inmitten von Gefängnisaufständen und Geiselnahmen. Es war nicht sein erster Fluchtversuch: Bereits 2013 konnte er vorübergehend aus der Haft entkommen. Die amerikanischen Behörden haben mittlerweile seine Auslieferung beantragt, da in New York ein Verfahren wegen internationalen Drogenhandels gegen ihn anhängig ist.

Drogenschmuggel-Hotspot

Das südamerikanische Land hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Umschlagplatz für Kokain aus Kolumbien, Peru und Bolivien entwickelt. Kriminelle Vereinigungen wie die Choneros bekämpfen sich in blutigen Auseinandersetzungen um die Kontrolle der lukrativen Schmuggelrouten in Richtung Nordamerika und Europa. Die Vereinigten Staaten beglückwünschten Ecuador zur Festnahme des Drogenbosses.

„Die Vereinigten Staaten unterstützen Ecuador in seinen Bemühungen, die grenzüberschreitende Kriminalität zu bekämpfen, um die regionale Sicherheit zu fördern“, erklärte die US-Botschaft in Quito, der Hauptstadt Ecuadors.

Internationale Verbindungen

Während seiner 17-monatigen Flucht steuerte „Fito“ die kriminellen Aktivitäten der Los Choneros weiterhin aus dem Untergrund. Die Organisation baute unter seiner Führung besonders enge Allianzen mit dem mexikanischen Sinaloa-Kartell auf. Laut Anklageschrift der US-Justiz leitete er eine transnationale Organisation, die nicht nur für den Export von tonnenweise Kokain in die USA und nach Europa verantwortlich war, sondern auch für umfangreichen Waffenschmuggel.

Besonders bemerkenswert ist, dass „Fito“ seine Organisation auch während seiner Haftzeiten dirigieren konnte. Er nutzte verbotene Kommunikationsmittel wie Handys und Internet, um seine kriminellen Netzwerke zu koordinieren und gezielte Gewaltakte gegen Behörden, Politiker und Zivilisten anzuordnen. Nach Angaben amerikanischer Ermittler organisierte die Gruppe auch den Schmuggel von Waffen aus den USA nach Ecuador, um ihre Machtposition zu sichern und rivalisierende Banden zu bekämpfen.

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KO KOSMO-Redaktion
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