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MONATELANGE ERMITTLUNGEN

Drogenbande ausgeforscht: Bosnier verkaufte Koks im Supermarkt

(FOTOS: iStockphotos)

In Oberösterreich wurde eine Drogenbande ausgeforscht, die mit hochwertigem Kokain gehandelt hatte. Eines der Mitglieder, ein Bosnier, verkaufte die Drogen in einem Lebensmittelgeschäft.

Drogenfahnder des Bezirkes Braunau konnten nach umfassenden Ermittlungen gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis und dem Landeskriminalamt OÖ fünf Personen festnehmen, welche größere Mengen Kokain im Bezirk Braunau in Umlauf brachten. Die Bandenmitglieder waren aus Bosnien, der Türkei und auch Österreich.

Koks-Basis in Supermarkt
Den Stein ins Rollen brachten Anfang des Jahres 2021 Ermittlungen gegen einen 39-jährigen bosnischen Staatsbürger aus Wien. Die Hinweise verdichteten sich, dass der Bosnier zahlreiche Personen im Bezirk Braunau mit Kokain von sehr guter Qualität versorgte. Wie die Beamten nach intensiven Ermittlungen herausfanden, war der Mann Teil einer überregional agierenden Tätergruppe, bestehend aus bosnischen, türkischen und österreichischen Staatsbürgern.

Der Bosnier agierte dabei als Bindeglied zwischen Lieferanten in Wien und Subdealern im Bezirk Braunau. Im Rahmen der Ermittlungen wurde zudem festgestellt, dass der Großteil der Kokainverkäufe im Umfeld eines Lebensmittelgeschäftes in Mattighofen (OÖ) abgewickelt wurde.

Monatelange Ermittlungen
Schließlich gelang es den Ermittlern den 39-jährigen Bosnier Mitte April 2021 im Rahmen eines koordinierten Zugriffes auf frischer Tat zu ertappen: Der Mann war gerade im Begriff 300 Gramm Kokain in Wien zu verkaufen. Er wurde umgehend festgenommen.

Das Suchtgift für den Verkauf erhielt der Bosnier unmittelbar zuvor durch Hintermänner in einer nahegelegenen Tiefgarage. Noch am selben Tag erfolgten durch oberösterreichische Kräfte an fünf verschiedenen Standorten in Wien Zugriffs- und Durchsuchungsmaßnahmen. Dabei konnte ein weiterer Bosnier (42) Wien festgenommen werden, welcher das Kokaingeschäft im Vorfeld einfädelte und seinen Pkw für die Drogenlieferung zur Verfügung stellte. Bei den Durchsuchungen wurde in einer leerstehenden Eigentumswohnung neben Drogengeldern auch eine versteckte Schusswaffe samt Munition sichergestellt.

Schusswaffe war gestohlen
Wie sich herausstellte, war die Schusswaffe vor mehreren Jahren bei einem Einbruch in Budapest gestohlen worden. Die Freundin des bosnischen Haupttäters hatte diese anschließend am Schwarzmarkt gekauft und nach Österreich geschmuggelt. Im April konnten die Beamten in mit dem Wiener Landeskriminalamt zudem ein weiteres Drogenbandenmitglied festnehmen: Einen 44-jährigen türkischen Staatsangehörigen aus Wien, welcher bei der Kokainübergabe im April 2021 führend als Lieferant in Erscheinung getreten war.

Außerdem wurden ein 26-jähriger österreichischer Staatsbürger aus dem Bezirk Vöcklabruck und ein 31-jähriger türkischer Staatsbürger aus dem Bezirk Braunau nach Anordnungen der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis festgenommen. Sie galten als Verteiler des Suchtmittels.

380 Gramm Kokain sichergestellt
Im Zuge der Ermittlungen konnte der Verkauf von rund einem Kilogramm Kokain geklärt und fünf Personen nach Anordnung der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis festgenommen werden. Drei davon befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft. Bei insgesamt sieben Hausdurchsuchungen in Wien und dem Bezirk Braunau konnten neben geringen Mengen Marihuana und Amphetamin insgesamt 380 Gramm Kokain, sowie die gestohlene Schusswaffe samt Munition und mehrere tausend Euro an Drogengeld sichergestellt werden.

Nur einer leugnet
Abgesehen von den fünf festgenommenen Personen laufen derzeit zumindest gegen 15 weitere Verdächte Ermittlungen, die Kokain in geringen Mengen an- bzw. verkauft haben sollen. Ermittlungen zu weiteren Tätern im In- und Ausland wurden ebenfalls eingeleitet. Alle Beschuldigten mit Ausnahme des 44-jährigen Türken zeigten sich bei ihren Einvernahmen umfassend geständig.

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