Start NEWS PANORAMA Ein Zahnarzt setzt sich für Flüchtlinge ein: „Soziales Engagement erfordert kein Talent“
INTERVIEW

Ein Zahnarzt setzt sich für Flüchtlinge ein: „Soziales Engagement erfordert kein Talent“

Was haben sie noch in Bewegung gesetzt?
Wir haben nicht damit aufgehört. Ende 2017 erhielt ich von meinen Lesbos Konatkten einen Appell zur Spende von Kindertrolleys für Flüchtlinge. Wir gründeten die Hilfsorganisation Weltbürger (Drzavljani sveta) und starteten die erste Aktion für Kinder. Ein Konzert wurde in Maribor organisiert mit zahlreichen slowenischen Sängern. Über 20.000 Euro wurden gesammelt. Damit konnten wir 300 Kinderwägen in einem lokalen Geschäft auf Lesbos kaufen. Sie wurden persönlich an jede Flüchtlingsfamilie übergeben. Damit können wir den Zweck der Spenden garantieren.

Kinderwagen Jure Poglajen
Über 400 Kinderwägen hat Kinderwagen Jure Poglajen mit seiner Hilfsorganisation gespendet. (Foto: Privat)

Wie war es für Sie wieder auf Lesbos zu sein?
Die Rückkehr nach Lesbos war gleichermaßen schön und hart. Die Situation ist nicht viel besser geworden. Es ist noch immer eine Menge Leute, die sich dort aufhält. Zwar kommen immer weniger Flüchtlinge, die meisten bleiben jedoch in Lesbos. Mehr als 10.000 Menschen sitzen dort fest. Wir haben noch zusätzlich 111 Kinderwägen für geflüchtete Familien organisiert.

Alle EU-Länder sind verpflichtet, ihren Anteil an Geflüchteten aufzunehmen.

Wie könnte eine europäische Lösung der Flüchtlingskrise aussehen?
Alle EU-Länder sind verpflichtet, ihren Anteil an Geflüchteten aufzunehmen. Es gibt keine Debatte hier, die EU ist Teil einer zivilisierten und entwickelten Welt, die eine historische und wirtschaftliche Verschuldung gegenüber den Ländern der zweiten und dritten Welt hat. Natürlich müssen wir an der Lösung für den Wiederaufbau Syriens, Afghanistans arbeiten … aber das Problem ist viel komplexer. Immer mehr Menschen werden wegen des Konflikts um Wasser, Nahrung und Lebensraum fliehen. Wir zerstören den Planeten, dadurch wird es immer weniger fruchtbares Land geben. Künftig könnten Kriege um genau das fruchtbare Land geführt werden.

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