Gute Nachrichten für Tiroler Haushalte: Der Energieversorger Tigas senkt die Gaspreise deutlich. Die Ersparnis kommt trotz nervöser Märkte und steigender Gebühren.
Der Tiroler Energieversorger Tigas senkt ab 1. Juli den Gaspreis. Konkret wird der Arbeitspreis von 7,22 auf 6,05 Cent pro Kilowattstunde brutto reduziert. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden bedeutet dies eine jährliche Ersparnis von rund 175 Euro, wie das Unternehmen mitteilte.
Der kaufmännische Geschäftsführer Martin Grubhofer betont: „Trotz anhaltender Nervosität an den Großhandelsmärkten und volatilen Börsenpreisen macht sich unsere vorausschauende Beschaffung wieder einmal bezahlt.“ Die zu Jahresbeginn erfolgten Erhöhungen bei Gebühren und Netzentgelten würden durch diese Preissenkung mehr als kompensiert, wodurch die Jahreskosten für Haushalte insgesamt sinken.
Zudem sei die Versorgungssicherheit gewährleistet, versichert der Tigas-Chef. Der unternehmenseigene Gasspeicher war zum Jahreswechsel noch zu über 87 Prozent gefüllt.
Günstigster Anbieter Österreichs
Mit dem neuen Arbeitspreis von 6,05 Cent pro kWh positioniert sich Tigas im bundesweiten Vergleich äußerst wettbewerbsfähig. In Wien müssen Kunden bei Wien Energie aktuell 7,57 Cent pro Kilowattstunde zahlen – trotz kürzlicher Preissenkungen deutlich mehr als in Tirol. Auch in Vorarlberg bleiben mit 7,01 Cent pro kWh die Gaspreise höher. Lediglich OÖ. Gas in Oberösterreich kommt mit 6,35 Cent seit April 2024 in die Nähe des Tiroler Tarifs.
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Erneuerbare Gase
Das Energieunternehmen knüpft hohe Erwartungen an das von der Bundesregierung angekündigte Gesetz zur Steigerung des Anteils erneuerbarer Gase. Derzeit fließt der Großteil des produzierten Biogases in die Stromerzeugung. Von den etwa 300 existierenden Biogasanlagen speisen lediglich 15 direkt ins Gasnetz ein.
„Für die Einspeisung von Biogas und Wasserstoff gibt es weiterhin keine Förderungen oder gesetzlich verankerte Anreize“, kritisiert Georg Tollinger, technischer Geschäftsführer der Tigas.
Er betont, dass die Umwandlung überschüssigen Stroms in Wasserstoff und dessen Speicherung eine wichtige Maßnahme zur Entlastung und zum Ausgleich der Stromnetze darstellen könnte.
Das geplante Erneuerbare-Gase-Gesetz der Bundesregierung sieht vor, dass bis 2030 ein verpflichtender Biogas-Anteil von zehn Prozent am österreichischen Gasnetz erreicht werden soll. Allerdings befindet sich die konkrete Ausgestaltung des Fördersystems zur Ankurbelung der Biogas- und Wasserstoffeinspeisung noch in der parlamentarischen Bearbeitung.