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Ermittlungen im FPÖ-Spesenskandal führen bis nach Bosnien

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FOTO: Facebook HC Strache)

In den vergangenen Tagen häuften sich Berichte über Spesen, die die Partei für den ehemaligen Obmann HC Strache und andere hochrangige Politiker übernommen haben soll. Nun führt eine Spur nach Bosnien.

Erst am Mittwoch bestätigte der Wiener FPÖ-Obmann Dominik Nepp gegenüber dem „Kurier“, dass Heinz Christian Strache monatlich einen Zuschuss von 2.500 Euro erhalten haben soll. (KOSMO berichtete) Ebenso wurde davor davon berichtet, dass er nach seinem Ausscheiden aus der Politik seine „goldene Partei-Karte“, die laut „Heute“ monatlich mit 10.000 Euro dotiert war, auch für private Anschaffungen nutzte, unter anderem Essen und Kleidung. Die Belege für das Zehren vom Konto für den privaten Verbrauch sollen von einem ehemaligen Mitarbeiter stammen (KOSMO berichtete), der diese einige Monate lang kopierte und weiterleitete.

Die Firma des Leibwächters in Bosnien
Nun steht auch der ehemalige Security-Mitarbeiter von HC Strache im Fokus der Untersuchungen. Der Leibwächter soll 2013 eine Firma in Bosnien gegründet haben, das Unternehmen RSM Aviation Trading.

Die offizielle Adresse der Firma ist jedoch eine Tankstelle unweit der Grenze zur Republika Srpska. Der Security soll Gerüchten zufolge über RSM Aviation Trading und mit einigen Komplizen in die Ibiza-Causa verwickelt sein. Gegenüber dem „Standard“ dementierte die Staatsanwaltschaft jedoch die Informationen, dass die Firma bereits Gegenstand der derzeitigen Ermittlungen sei.

Straches Ex-Bodyguard wird vorgeworfen, Privatausgaben seines Arbeitgebers mit Scheinrechnungen und -belegen abgerechnet zu haben. Dies bestätigte auch die Wiener Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Der Security-Mitarbeiter wurde daraufhin am Montag festgenommen, vernommen und am Mittwoch wieder freigelassen.

Gartenzaun für Hofer
Der Spesen-Skandal bezieht sich jedoch nicht nur auf den ehemaligen Obmann, sondern auch auf andere hochrangige Politiker der Freiheitlichen. Laut „Oe24“ soll die FPÖ ihrem jetzigen Parteichef Norbert Hofer einen Gartenzaun bezahlt haben – „aus Sicherheitsgründen“ als Hofer als Bundespräsident kandidierte, heißt es in der offiziellen Erklärung.

Es gebe eine Vielzahl an Dokumenten auszuwerten. Dies betonte die Wiener Staatsanwaltschaft, deren Ermittlungen bereits seit 18. Februar laufen. Laut „Standard“ gehen diese auf eine anonyme Anzeige aus dem Umfeld der Hintermänner hinter dem Ibiza-Skandal zurück. Bereits 2015 soll man von den gefälschten Spesenrechnungen von HC Strache gewusst haben.