Verurteilung eines Serbenführers erschüttert den Balkan: Nach einer Haftstrafe gegen Milorad Dodik wächst die Spannung zwischen Bosnien und Serbien dramatisch.
Das Berufungsgericht in Bosnien bestätigte am 1. August 2025 die einjährige Haftstrafe gegen den bosnischen Serbenführer Milorad Dodik. Das Urteil ist damit rechtskräftig und Dodik muss die Strafe antreten. Der Präsident der Republika Srpska (serbische Teilrepublik) war verurteilt worden, nachdem er im vergangenen Jahr zwei Gesetze unterzeichnet hatte, die Entscheidungen des Hohen UN-Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina außer Kraft setzten. Das Urteil umfasst neben der Gefängnisstrafe auch ein sechsjähriges Verbot, politische Ämter zu bekleiden. Nach Einschätzung von Beobachtern hat diese Verurteilung die schwerste Krise im Balkanstaat seit dem Ende des Bosnienkrieges 1995 ausgelöst.
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Dodik selbst bezeichnete das Verfahren gegen ihn als politisch motiviert, woraufhin tausende seiner Anhänger gegen das Urteil auf die Straße gingen.
Serbiens Reaktion
Serbiens Präsident Aleksandar Vucic erklärte nach einer Sondersitzung des serbischen Sicherheitsrats am Samstag, dass das Urteil zur Destabilisierung der gesamten Region beitrage. Er betonte, dass Dodik der „rechtmäßig und legal gewählte Präsident der Republika Srpska“ sei und in Serbien stets willkommen bleibe.
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In der offiziellen Stellungnahme des Sicherheitsrats, die Vucic verlas, wurde die Entscheidung des bosnischen Berufungsgerichts als „undemokratisch, unmoralisch und ein ernsthafter Angriff auf die serbische Bevölkerung in Bosnien und Herzegowina“ bezeichnet.
Bosniens Struktur
Seit dem Friedensabkommen von Dayton (Bosnien-Friedensvertrag 1995) ist Bosnien und Herzegowina in zwei halbautonome Entitäten geteilt: die mehrheitlich von bosnischen Serben bewohnte Republika Srpska und die kroatisch-muslimische Föderation Bosnien und Herzegowina. Beide Landesteile verfügen über eigene Regierungen und Parlamente und sind durch eine schwache Zentralregierung miteinander verbunden.