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MODERNA

Erste Covid-Impfstoffe für Kinder vielleicht schon im Herbst

(FOTOS: Wikimedia Commons/r Baltimore County Government, iStockphoto)

Der US-Hersteller Moderna testet seinen Covid-Impfstoff in den USA und Kanada mit 6.750 Kindern. Ganz unumstritten ist die Möglichkeit, den Impfstoff an Kindern zu testen, nicht.

Die Jüngsten sind noch Babys. Exakt ein Jahr nach dem Beginn der klinischen Studien für Erwachsene hat der amerikanische Impfstoffhersteller Moderna diese Woche sein Vakzin zum ersten Mal auch Kindern zwischen sechs Monaten und maximal elf Jahren gegeben. Geplant ist eine groß angelegte Studie in den USA und in Kanada mit insgesamt 6.750 Kindern. Derzeit sind Covid-19-Impfstoffe für Personen unter 16 Jahren (Biontech/Pfizer) bzw. unter 18 Jahren (Astra Zeneca, Moderna) noch nicht zugelassen.

Impfungen könnten wesentlich dazu beitragen, die Ansteckungen durch junge Menschen ohne Symptome zu reduzieren. Bei ihnen steigen die Infektionszahlen im Moment besonders stark. In Österreich gibt es etwa 1,7 Millionen unter 18-Jährige. „Außerdem gibt es auch Kinder mit erhöhtem Risiko, die geschützt werden müssen, zum Beispiel Junge mit schweren Herz- oder Lungenerkrankungen“, meint der Kinderinfektiologe Volker Strenger von der MedUni Graz.

Moderna-Impfstudie mit 6.750 Kindern
Anders als in Österreich ist die Impfkampagne in den USA so erfolgreich, dass sich bis Mai voraussichtlich alle Amerikaner impfen lassen können, die möchten. Damit stellt sich in den Vereinigten Staaten auch schon bald die Luxus-Frage, ob auch Kinder geimpft werden sollen. Der Impfstoffhersteller Moderna plant nun im Rahmen der klinischen Studie die Wirkung des Impfstoffs an 6.750 Kindern in den USA und Kanada zu testen.

Die Kinder sollen zwei Spritzen im Abstand von zwei Wochen erhalten, in denen entweder der Impfstoff oder ein Kochsalz-Placebo enthalten ist. Dabei werden drei verschiedene Dosen zwischen 25 und 100 Mikrogramm ausprobiert. Nach den Spritzen werden die Kinder unter Beobachtung gestellt, ob es zu Intoleranzen kommt und ob das Vakzin sie vor dem Sars-CoV-2-Virus schützt. Auch monatliche Check-ups sind geplant. Außerdem sollen die Eltern auf dem Smartphone Tagebuch führen.Die Studie wird von dem National Institute of Allergy and Infectious Diseases koordiniert.

Nicht unumstritten
Ganz unumstritten ist das Impfen von kleinen Kindern allerdings nicht: Schließlich leiden Kinder deutlich weniger als Erwachsene unter schweren Folgen des Virus. In den USA sind 3,2 Millionen Kinder positiv getestet worden. 250 davon sind verstorben. Im Vergleichszeitraum gab es unterdessen landesweit mehr als eine halbe Million erwachsene Tote. Viele Wissenschaftler sprechen sich dennoch für das Impfen von Kindern aus.

Impfstoff-Tests mit Jungen auch bei Konkurrent BioNtech/Pfizer
Neben Moderna will auch BioNtech/Pfizer sein Medikament an jüngeren Menschen testen. Konkret soll die Wirksamkeit der Corona-Impfung an jungen Menschen zwischen zwölf und 15 Jahren erprobt werden. Dafür hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 2.259 Probanden im Programm. Bisher gibt es noch keine Studie für jüngere Kinder unter zwölf Jahren.

Auch der in den USA bereits zugelassene Impfstoff von Johnson & Johnson hat bereits angekündigt, seinen Impfstoff erst an älteren Jugendlichen und dann an Babys und auch Schwangeren testen zu wollen. Astra-Zeneca, dessen Vakzin bisher keine Zulassung in den USA hat und das in Europa von mehreren Ländern gestoppt wurde, hat in Großbritannien auch mit klinischen Studien für Impfungen von Kindern ab sechs Jahren begonnen.

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