Österreich verschärft seine Vorschriften für Blutspenden, um die Sicherheit der Spender zu erhöhen und den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu entsprechen. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag bekanntgab, dürfen Männer künftig jährlich zwei Liter Blut spenden, Frauen hingegen nur eineinhalb Liter. Diese Neuerungen sind Teil einer umfassenden Überarbeitung der Blutspenderverordnung.

Erhöhte Sicherheit und Inklusion
Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) betonte, dass Blutspenden für alle Menschen zugänglich sein sollten, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder ihrem Geschlecht. Die Spender-Fragebögen sollen rechtzeitig zum geplanten Inkrafttreten der Novelle im Herbst an die neuen Vorgaben angepasst werden.
Maximale Spendenmengen
In Anlehnung an die Empfehlungen der Blutkommission wurden die erlaubten Spendenmengen reduziert. Männer dürfen nun maximal vier Mal pro Jahr Blut spenden, Frauen bis zu drei Mal, jeweils im Abstand von mindestens acht Wochen. Dies soll verhindern, dass häufige Spender einen Eisenmangel erleiden. Zuvor waren bis zu sechs Spenden pro Jahr für Männer und fünf für Frauen zulässig.
Regelungen für Diverse und Intergeschlechtliche
Erstmals wurden in der Verordnung auch detaillierte medizinische Vorgaben für diverse und intergeschlechtliche Personen sowie Menschen ohne Geschlechtsangabe festgelegt. Für diese Personengruppen gelten grundsätzlich die Regeln für das weibliche Geschlecht, es sei denn, sie weisen körperliche Voraussetzungen auf, die den für Männer festgelegten Mindestwerten entsprechen. In diesem Fall können sie auf Wunsch nach den Vorgaben für das männliche Geschlecht beurteilt werden. Zu den relevanten Parametern zählen unter anderem Gewicht, Blutdruck und Pulsfrequenz.
Lockerungen für Personen aus Malaria-Gebieten
Personen, die sich in Malaria-Gebieten aufgehalten haben, werden nicht mehr dauerhaft von der Blutspende ausgeschlossen. Dies gilt sowohl für in diesen Gebieten geborene und aufgewachsene Menschen als auch für Besucher, die Malaria-Symptome gezeigt haben. Sie müssen allerdings ein negatives NAT-Testergebnis sowie einen negativen Antikörpertest vorlegen, die frühestens sechs Monate nach ihrer Rückkehr durchgeführt wurden.
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Aufruf zur Erhöhung der Spendenbereitschaft
Gerry Foitik vom Österreichischen Roten Kreuz betonte die Bedeutung der neuen Verordnung, die mehr Menschen zur Blutspende zulässt, aber gleichzeitig die Häufigkeit der Spenden verringert. Es sei daher wichtig, dass noch mehr Menschen regelmäßig Blut spenden, um Leben zu retten. Er erinnerte daran, dass Blut nur 42 Tage haltbar ist und nicht künstlich hergestellt werden kann.