Neue EU-Zölle auf Billigpakete aus China verändern das Kaufverhalten und treffen zwei Plattformen besonders hart.
Seit die Europäische Union Zölle auf günstige Paketsendungen aus China erhoben hat, ist die Nachfrage auf bekannten Billigplattformen spürbar eingebrochen.
In einem Zeitraum von lediglich zwei Monaten verzeichneten Anbieter wie Temu und AliExpress einen Bestellrückgang von 30 bis 40 Prozent. Parallel dazu wuchs der durchschnittliche Warenkorbwert – bei Temu um 30 Prozent, bei AliExpress um 27 Prozent. Das Muster legt nahe, dass Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Einkäufe bündeln, um die zusätzlichen Abgaben möglichst gering zu halten.
Ökologische Effekte
Neben den wirtschaftlichen Verschiebungen zeichnen sich auch ökologische Effekte ab. Durch das gesunkene Transportvolumen zwischen China und Europa und den damit verbundenen Rückgang an Verpackungsmaterial werden die Zollmaßnahmen bereits als Beitrag zum Klimaschutz gewertet.
Plattformen unter Druck
Unter Druck geraten sind dabei vor allem die Plattformen Temu und Shein. Seit dem 1. Juli 2026 erhebt die EU einen pauschalen Zoll von 3 Euro pro Produktkategorie auf Kleinsendungen bis 150 Euro aus China. Innerhalb eines Monats brachen die Verkaufsvolumina drastisch ein – um rund 50 Prozent bei Temu und 37 Prozent bei AliExpress.
Die EU-Kommission hat am 5. Februar 2025 eine Verbraucherschutzuntersuchung gegen Shein eingeleitet, um mögliche Verstöße gegen EU-Verbraucherschutzrecht wie missbräuchliche Vertragsbedingungen und unlautere Geschäftspraktiken zu prüfen. Am 26. Mai 2025 folgte eine offizielle Aufforderung, die Verkaufspraktiken anzupassen – unter anderem wegen falscher Rabattaktionen, künstlich erzeugtem Kaufdruck sowie irreführenden Angaben zur Nachhaltigkeit und zu Rückgabe- und Erstattungsrechten. Verbraucherschutzorganisationen beanstanden darüber hinaus die mangelhafte Produktqualität sowie fehlende Transparenz bei den Arbeitsbedingungen in den Lieferketten.