Die EU zwingt Apple, seine iOS-Dienste für Konkurrenten zu öffnen. Neue Regeln sollen fairen Zugang und Interoperabilität sicherstellen.
Die Europäische Union hat mit der Einführung des Digital Market Act (DMA) einen bedeutenden Schritt unternommen, um den Wettbewerb unter großen Technologieunternehmen zu fördern. Diese Regulierung zielt speziell auf Unternehmen wie Apple ab, das als ein dominanter „Gatekeeper“ im Markt angesehen wird. Apple ist nun verpflichtet, seine Dienstleistungen so anzupassen, dass Entwickler von Apps, Gerätehersteller und Anbieter vernetzter Systeme gleichberechtigt behandelt werden, wenn sie mit iOS-Geräten interagieren.
Diese neuen Vorschriften führen zu einer intensiveren Überwachung durch die EU-Behörden, die klare Richtlinien für die Interoperabilität von Apples Produkten festlegen. Insbesondere betreffen diese Richtlinien den Zugang zu iOS-Benachrichtigungen und Alternativen zu den Funktionen AirDrop und AirPlay. Künftige iOS-Geräte müssen umfassenden Zugang zu Benachrichtigungssystemen, Hintergrundberechtigungen und Betriebssystemeinstellungen ermöglichen. Diese Funktionen, die bisher exklusiv für Apple-Produkte wie AirPods und Apple Watch waren, sollen auch für konkurrierende Produkte verfügbar sein.
Neue Anforderungen
Hersteller von Kopfhörern sollen die gleichen Systemfunktionen wie Apples eigene Produkte nutzen können, etwa das automatische Pairing. Ebenso sollen andere Geräte AirDrop- und AirPlay-Funktionen verwenden dürfen. Die EU verlangt zudem, dass der Zugriff auf WLAN-Informationen automatisch genehmigt wird, dass NFC für Zahlungssysteme anderer Anbieter aktiviert wird und dass Wi-Fi-Direct-Verbindungen ermöglicht werden. Diese Funktionen müssen für alle verbundenen Geräte kostenfrei bereitgestellt werden.
Zusätzlich hat die EU festgelegt, dass Programmierschnittstellen (APIs) gleichzeitig mit ihrer Einführung auf Apple-Geräten auch Drittanbietern zur Verfügung stehen müssen. Der Zeitplan sieht vor, dass diese Maßnahmen bis Ende des Jahres in den Beta-Versionen von iOS implementiert und bis 2026 vollständig umgesetzt werden. Es wird erwartet, dass viele dieser Funktionen bereits in iOS 19 für Nutzer in der EU verfügbar sein werden.
Apples Reaktion
Apple hat gegen die Entscheidungen der EU Berufung eingelegt und argumentiert, dass diese Maßnahmen „Apples Fähigkeit zur Innovation verlangsamen“ und dass die EU das Unternehmen zwingt, neue Funktionen kostenlos an andere Unternehmen abzugeben, die nicht denselben Vorschriften unterliegen.