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CORONA-MASSNAHMEN

Experte meint, 2G nicht ausreichend: Kommt ein Lockdown für ALLE?

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Symbolbilder (FOTOS: iStockphotos)

Der Epidemiologe Gerald Gartlehner ist davon überzeugt, dass es zusätzliche Maßnahmen geben muss, wenn die 2G-Regel nicht greift. Ein Lockdown für alle steht im Raum.

Mehr Impfungen alleine werden die Corona-Welle nicht brechen, ist Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau-Uni Krems überzeugt. Es brauche zusätzliche Maßnahmen, wenn die 2G-Regel nicht greifen sollte – bis hin zu einer Quarantäne für Geimpfte, so der Experte. Steht also einmal mehr ein Lockdown für alle im Raum?

Auffrischungsimpfungen wichtiger als Erststich
Im Ö1-„Morgenjournal“ erklärte der Epidemiologe zudem, dass die Auffrischungsimpfungen, sprich der „Dritte Stich“, derzeit wichtiger seien als Erststiche. Den Grund nennt Gartlehner darin, dass Personen, die noch nicht geimpft seien, erst nach fünf bis sechs Wochen eine Vollimmunität erreichen würden, das sei aber in der derzeitigen Corona-Welle zu spät. Auffrischungen dagegen könnten die aktuelle Welle in wenigen Tagen brechen, so Gartlehner. Es brauche laut dem Experten daher eine starke Kampagne für die dritte Impfung.

Der Experte befürchtet, dass sich die derzeitigen Infektionszahlen auf einem hohen Niveau stabilisieren könnten. Doch das könnte in einigen Bundesländern mit niedriger Impfquote und hoher Inzidenz eine „explosive“ Mischung ergeben. Daher meint Gartlehner: Es brauche für den Winter nicht nur eine hohe Impfquote, sondern auch zusätzliche Maßnahmen, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten.

Lockdown für alle?
Als solche zusätzlichen Maßnahmen, sollte die 2G-Regel nicht greifen, nennt Gartlehner etwa „einen Lockdown für Geimpfte“: „Quarantäne für Geimpfte könnte deswegen notwendig sein, weil wir von kürzlich publizierten Studien wissen, dass Geimpfte auch anstecken können“, so Gartlehner.

Außerdem habe sich auch gezeigt, dass infizierte Geimpfte kurzzeitig auch eine extrem hohe Viruslast hätten, die sehr vergleichbar mit Ungeimpften sei. „Das geht dann sehr schnell wieder zurück. Aber kurzzeitig können sie auch sehr ansteckend sein“, betont der Experte.

Als möglichen nächsten Schritt schlägt Gartlehner etwa vor, „dass man sagt, Geimpfte, deren Impfung länger als sechs Monate zurückliegt, gelten nicht mehr als K2, sondern müssen auch wieder in Quarantäne und gelten als K1-Personen“, sofern sie mit einer infizierten Person Kontakt hatten.

Quellen und Links:

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