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„MODELL-SCHÄTZUNG“

Experte meint: 61% sind gegen Corona immun – Warum sind die Zahlen trotzdem so hoch?

(FOTO: iStockphoto)

Der Simulationsforscher Niki Popper und sein Team versuchten in ihrem neuen Modell den Immunisierungsgrad gegen das Coronavirus in Österreich abzubilden. Laut Popper seien rund 61 Prozent der Gesamtbevölkerung tatsächlich bereits gegen das Virus immun.

Das Team rund um den Simulationsforscher Niki Popper geht davon aus, dass aktuell rund 61 Prozent der Gesamtbevölkerung tatsächlich gegen das SARS-CoV-2-Virus immunisiert sind. Davon sollen rund 40 Prozent auf Geimpfte zurückgehen, etwas mehr als 10 Prozent sollen Personen sein, die sowohl genesen, als auch geimpft sind. „Etwa neun Prozentpunkte haben ihre Immunität ausschließlich aufgrund einer überstandenen Covid-Erkrankung“, schreiben die Experten des Unternehmens dwh.

Warum sind die Zahlen trotzdem so hoch?
Durch die zuletzt wieder steigenden Neuinfektionszahlen hat sich auch der Anteil der durch Krankheit immunisierten Menschen leicht erhöht. Allerdings sei dieser Anteil dennoch nicht wirklich hoch, so Popper. Im Gegenteil: Eigentlich hat die Anzahl der Menschen, die durch eine nachgewiesene oder nicht nachgewiesene überstandene Infektion geschützt sind, seit März sogar abgenommen.

Denn zum einen gibt es Menschen, die trotz Impfung nicht ausreichend geschützt sind, weil etwa ihr Immunsystem keine entsprechende Antwort aufgebaut hat. Zum anderen wird die Immunantwort auch im Laufe der Zeit schwächer.

„Ohne Immunisierte wäre die Situation viel schlimmer“
Popper und seine Kollegen berechneten mit den zur Verfügung stehenden Daten auch den Einfluss der Immunisierung der Bevölkerung auf die effektive Reproduktionszahl. Diese Zahl liegt aktuell über 1, was bedeutet dass ein Infizierter im Durchschnitt mehr als eine weitere Person mit Corona ansteckt.

Allerdings wird die Reproduktionszahl durch die Immunisierungsrate um circa die Hälfte (52%)  im Vergleich zu einer völlig ungeschützten Bevölkerung gedrückt. Die schlechte Nachricht: Die mittlerweile in Österreich dominante Delta-Variante ist wiederum rund 50% ansteckender, als das Ursprungsvirus und gleicht damit die gewonnene Verbesserung wieder aus. Aber: „Ohne die Immunisierten wäre die Situation entsprechend schlimmer“, ist Popper überzeugt.

Immunität hilft am besten zur Eindämmung
Auf der anderen Seite zeigt dieses Modell von Popper auch, dass die Fallzahlen sehr schnell sinken würden, wenn der Anteil der Immunisierten noch ein wenig ansteigen würde. Denn dann würden dem Virus die derzeit noch reichlich vorhandenen „infizierbaren“ Personen ausgehen. Dafür braucht es laut Popper vor allem noch einige zusätzliche Erst- und Zweitimpfungen. Denn laut dem Experten ist eine möglichst umfassende Immunität der Bevölkerung in der Pandemiebekämpfung wesentlich wirkungsvoller, als andere Eindämmungsmaßnahmen.

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