Ein Facebook-Kommentar über einen ORF-Meteorologen wird für einen Wiener Pensionisten zum teuren Fehltritt. Nun muss der 72-Jährige tief in die Tasche greifen.
Ein Wiener Pensionist steht nach einem Facebook-Kommentar vor finanziellen Schwierigkeiten. Der 72-jährige Gerhard E. aus Wien-Floridsdorf hatte zu Jänneranfang unter einem Artikel über den ORF-Meteorologen Marcus Wadsak kommentiert und diesen dabei als „Klimapanikmacher, der nur völlig realitätsferne Theorien verbreitet“ bezeichnet.
„Verschwörungserzählungen über den Klimawandel existieren in gewissen Kreisen, das ist eine Tatsache. Allerdings endet die Meinungsfreiheit dort, wo falsche Anschuldigungen und grobe Beleidigungen beginnen“, erläutert Anwältin Therese Frank gegenüber „Heute“. Die Juristin geht derzeit systematisch gegen Personen vor, die im Auftrag des mehrfach ausgezeichneten Meteorologen abgemahnt werden – nämlich all jene, die „Wadsaks fachliche Integrität als Meteorologen in Frage stellen, indem sie ihm Unwahrheiten vorwerfen oder ihn direkt beleidigen“.
Ob die Bezeichnung „realitätsfern“ bereits diese Schwelle überschreitet, wird unterschiedlich bewertet. Rechtsanwalt Sascha Flatz, der den Pensionisten beraten hat, betrachtet den Fall als juristische Grauzone, die einer gerichtlichen Klärung wert wäre.
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Finanzielle Folgen
Für den 72-Jährigen hat der Kommentar nun finanzielle Konsequenzen: Der ORF-Experte fordert über seine Anwältin 1.000 Euro Entschädigung unter Androhung einer Klage. Laut Frank fühlt sich Wadsak durch unwahre Behauptungen in seiner Reputation geschädigt und persönlich herabgewürdigt.
Der Pensionist möchte jedoch kein rechtliches Verfahren riskieren und hat sich bereit erklärt, den Betrag – 500 Euro Entschädigung plus 500 Euro Anwaltskosten – in Raten abzubezahlen.
Existenzielle Sorgen
„Eine Gerichtsverhandlung kann ich mir finanziell nicht leisten“, erklärt der Betroffene im Gespräch mit „Heute“. Trotz einer „ausreichenden Pension“ nach 45 Berufsjahren habe ein schwerwiegender Schicksalsschlag seine finanziellen Rücklagen aufgezehrt, gefolgt von Kreditverpflichtungen.
Dem ehemaligen Bankangestellten bleiben monatlich lediglich 200 bis 300 Euro zum Leben. „In Zukunft poste ich nur noch Urlaubsfotos“, zeigt er sich verärgert über die Situation.
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Die Anwältin Therese Frank kritisiert hingegen, dass vielen Betroffenen jegliches Bewusstsein für ihr Fehlverhalten fehle.