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Gesundheitsrisiko

Morgenlatte als Gesundheitscheck? Gefährlicher Trend bei jungen Männern

Morgenlatte als Gesundheitscheck? Gefährlicher Trend bei jungen Männern
(istockphoto: Testosteron)
2 Min. Lesezeit |

Morgenlatte als Gesundheitsindikator? Was Influencer über Testosteron verbreiten, alarmiert Mediziner. Der Hype um das Männerhormon birgt ernste Risiken.

Testosteron-Hype

Morgens ohne Erektion aufzuwachen, sei ein klares Zeichen für niedrige Testosteronwerte – mit dieser Behauptung erreicht ein Tiktok-Influencer rund 100.000 Follower. Solche Aussagen sind kein Einzelfall, wie eine aktuelle Studie der Universität Kopenhagen belegt. Die Wissenschaftler untersuchten die Darstellung von Testosteron in sozialen Netzwerken und stellten fest, dass dort vermehrt Testosterontests und -behandlungen für junge Männer als Lösung für vermeintliche Hormonprobleme angepriesen werden.

Medizinische Fakten

Lukas Lusuardi, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie, beobachtet diese Entwicklung mit großer Sorge. „Das ist Wahnsinn“, urteilt der Experte über den Trend zu Selbsttests und die unkritische Einnahme von Testosteronpräparaten. Er weist darauf hin, dass Testosteronwerte im Tagesverlauf natürlichen Schwankungen unterliegen und eine einzelne Messung daher wenig aussagekräftig ist.

Aus medizinischer Sicht sei eine Überprüfung des Hormonspiegels nur bei konkreten Beschwerden wie anhaltender Müdigkeit oder Entwicklungsstörungen angezeigt.

Kommerzielle Interessen

Hinter den zahlreichen Beiträgen zum Thema Testosteron in der sogenannten „Manosphere“ – einem Bereich des Internets, in dem maskuline Themen diskutiert werden – stecken häufig finanzielle Interessen. Die dänische Studie zeigt, dass zwei Drittel der untersuchten Posts direkte Kauflinks oder Rabattcodes für Testprodukte enthalten.

Lusuardi warnt eindringlich vor den gesundheitlichen Gefahren dieser Praktiken. Die im Internet erhältlichen Testosteronpräparate können erhebliche Nebenwirkungen verursachen, darunter Unfruchtbarkeit und ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte.

Besonders problematisch sei, dass diese Botschaften gezielt junge, verunsicherte Männer ansprechen und zu gesundheitsschädlichem Verhalten verleiten können.

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KO KOSMO-Redaktion
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