Tödlicher Irrtum in Indiana: Eine Reinigungskraft verwechselt eine Adresse und bezahlt mit ihrem Leben. Der Schütze könnte dank US-Notwehrgesetz straffrei bleiben.
Eine guatemaltekische Reinigungskraft wollte nur ihrer Arbeit nachgehen, als sie am 5. November in Whitestown (Indiana) tödlich verletzt wurde. Maria V. und ihr Ehemann Mauricio waren auf dem Weg zu einem Reinigungsauftrag, als sie versehentlich die falsche Adresse ansteuerten. Die Tragödie nahm ihren Lauf, noch bevor Maria überhaupt das Haus betreten konnte.
Der Ehemann der Verstorbenen schildert den schrecklichen Moment: “Sie hatte den Schlüssel noch nicht einmal ins Schloss gesteckt”, erinnert er sich im Gespräch mit Indy Star. Plötzlich fiel ein Schuss. Gegenüber dem Sender WRTV beschreibt Mauricio V. die grausamen Details: “Es sah aus, als wäre sie am Kopf getroffen worden. Sie fiel in meine Arme; ich sah das Blut überall hinspritzen.”
Für die Vierfach-Mutter kam jede Hilfe zu spät. Als die Polizei kurz vor 7 Uhr am Tatort eintraf, fand sie Maria V. leblos in den Armen ihres Mannes auf der Veranda des Hauses.
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Bislang wurde in diesem Fall niemand festgenommen oder angeklagt. Die Staatsanwaltschaft prüft zwar eine Anklage gegen den Hausbesitzer, doch möglicherweise bleibt die Tat ohne strafrechtliche Konsequenzen.
Umstrittenes Notwehrrecht
Grund dafür ist das in den USA geltende “Stand your Ground”-Gesetz (US-Notwehrgesetz), das die Anwendung tödlicher Gewalt zur Selbstverteidigung erlaubt – insbesondere wenn sich ein Eigentümer im eigenen Haus bedroht fühlt. Mauricio V. kann nicht fassen, dass der Schütze möglicherweise ungestraft davonkommen könnte. “Was ich jetzt brauche, ist Gerechtigkeit”, betont er im Interview mit WRTV. “Denn er hat ihr das Leben genommen. Ich glaube nicht, dass das menschlich ist.”
Familie in Not
Der Witwer steht nun vor der schweren Aufgabe, die vier gemeinsamen Kinder allein großzuziehen – drei Mädchen im Alter von 8, 10 und 17 Jahren sowie einen erst elf Monate alten Jungen. Um die Familie in dieser schweren Zeit zu unterstützen, wurden auf der Spendenplattform Gofundme mehrere Spendenaktionen ins Leben gerufen. Bis zum Montagmorgen des 10. November kamen bereits rund 95.000 US-Dollar (etwa 82.000 Euro) zusammen.
Ob der Todesschütze für seine Handlung zur Rechenschaft gezogen wird, bleibt aufgrund der amerikanischen Notwehrgesetze weiterhin ungewiss.
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