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FAMILIENBEIHILFE

Finanzamt überfordert: Tausende warten seit Monaten auf ihr Geld

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(FOTO: iStock)

Die Finanzämter kommen mit den Überprüfungen von Ansprüchen nicht hinterher. Viele Österreicher müssen nun auf die Auszahlung der Familienbeihilfe warten.

Alleine in Salzburg soll es tausende Betroffene geben, wie die Gemeinderätin Anna Schiester der Salzburger Grünen am heutigen Dienstag, schilderte: „Mich haben in der vergangenen Wochen mehrere Nachrichten von verzweifelten Familien erreicht, die seit Monaten auf die Auszahlung der Familienbeihilfe für ihre volljährigen Kinder warten“, so Schiester. In vielen Fällen würden die fehlenden Beträge bereits mehrere hundert Euro ausmachen.

„Gerade in der jetzigen Krisenzeit ist das ein Umstand, der nicht akzeptabel ist!“, zeigt sich Schiester unnachgiebig. Laut der Gemeinderätin sei die Situation dadurch entstanden, dass das Finanzamt Ende Februar an die Eltern von 230.000 österreichischen Kindern geschrieben und ein „Anspruchsüberprüfungsschreiben“ übermittelt habe. Die Familien wurden aufgefordert nachzuweisen, dass ihre bereits volljährigen Kinder nach wie vor Anspruch auf Bezug der Familienbeihilfe haben. Betroffen sind auch Eltern von Kinder mit „erheblichen“ Behinderungen.

Allerdings wurde dieser Routinevorgang zwischen März 2020 und Februar 2021 aufgrund der Pandemie ausgesetzt. Mit Ende der Frist wurde die Überprüfung durch die Finanzämter wieder gestartet, schildert die Grünen-Politikerin weiter. Doch durch die lange Pause hätten die Finanzämter nun einiges an Nachholbedarf, was nun zu langen Wartezeiten von teilweise bis zu vier Monaten führt.

Kritik von Gemeinderätin: „Absolut untragbar“
„In dieser Zeit findet keine Auszahlung der Familienbeihilfe statt, denn die wurde in den allermeisten Fällen sofort mit Übermittelung des Überprüfungsschreibens gestoppt.“ Den Betroffenen fehle nun nicht nur das Geld, sie würden auch um zahlreiche andere daran gekoppelte Leistungen umfallen, etwa die Mitversicherung in der Sozialversicherung.

„Bei allem Verständnis“ für die korrekte Abwicklung der Bürokratie sei es laut Schiester aber „absolut untragbar, Familien, die aufgrund der Pandemie ohnehin schon finanziell belastet sind, so lange auf das die Förderungen warten zu lassen“. Schieder „verstehe nicht, warum das so gehandhabt wird – ausbaden müssen es jedenfalls die Familien“, kritisiert die Gemeinderätin.

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