Neue Erkenntnisse zum Flugzeugabsturz in Indien deuten auf eine mögliche Abschaltung der Treibstoffzufuhr hin, wie das Fachportal The Air Current und die Nachrichtenagentur Reuters berichten. Diese bislang unbestätigten Informationen legen nahe, dass es sich nicht um einen technischen Defekt gehandelt haben könnte.
Der verheerende Absturz der Air-India-Maschine in der indischen Millionenstadt Ahmedabad liegt inzwischen fast einen Monat zurück. Bisher gaben die Behörden nur spärlich Details zu den laufenden Untersuchungen bekannt. Am Freitag wird nun – der internationalen Praxis entsprechend 30 Tage nach dem Unglück – ein erster offizieller Zwischenbericht erwartet.
Neue Unfallhypothese
Laut den vorab durchgesickerten Informationen verfolgen die Ermittler aktuell die Hypothese, dass möglicherweise die Kraftstoffversorgung beider Triebwerke unterbrochen wurde. Diese Entwicklung würde frühere Unfalltheorien in Frage stellen und gleichzeitig völlig neue Aspekte ins Zentrum der Untersuchung rücken.
Die Ermittlungen konzentrieren sich nach aktuellen Erkenntnissen besonders auf die sogenannten „engine fuel control switches“ im Cockpit. Diese Schalter steuern die Treibstoffzufuhr zu den Triebwerken und sind mechanisch gegen unbeabsichtigtes Betätigen gesichert. Experten betonen, dass ein versehentliches Abschalten der Treibstoffzufuhr während des Fluges nach geltenden Technikstandards praktisch ausgeschlossen ist.
Bemerkenswert ist, dass bislang keine Hinweise auf mechanische Defekte oder Triebwerksprobleme festgestellt wurden. Auch verunreinigter Treibstoff oder fehlerhafte Landeklappen wurden als mögliche Unfallursachen bereits ausgeschlossen. Die Ermittler analysieren derzeit anhand des Flugdatenschreibers, ob einer der Kraftstoffschalter zum Zeitpunkt des Starts manuell aktiviert wurde.
Weder die US-Luftfahrtbehörde FAA noch Boeing oder der Triebwerkshersteller haben bisher Sicherheitswarnungen oder Hinweise auf systemische technische Mängel veröffentlicht. Die zentrale Frage, ob es sich um technisches Versagen, menschliches Eingreifen oder möglicherweise Sabotage handelt, bleibt weiterhin ungeklärt.
Im Gedenken an die Opfer der Katastrophe wurde unter anderem der Flugbegleiterin Kongbrailatpam Nganthoi Sharma gedacht, die bei dem Absturz ums Leben kam.
📍 Ort des Geschehens