Eine 25-jährige Wienerin lauerte ihrer Nachbarin mit einem Messer auf. Ihr bizarres Motiv: Sie wollte von den minderjährigen Zwillingssöhnen des Opfers „in der Astralwelt“ geschwängert werden.
Im Wiener Landesgericht erscheint eine zarte 25-Jährige, deren unscheinbares Äußeres im krassen Gegensatz zu ihrer Tat steht. Am 13. März lauerte sie ihrer Nachbarin im Innenhof eines Wohnhauses in Wien-Liesing auf und versuchte, mit einem Küchenmesser auf sie einzustechen. Die Staatsanwältin betont, dass glücklicherweise niemand verletzt wurde, da das Opfer dem Angriff ausweichen konnte.
Der Vorfall hat einen ungewöhnlichen Hintergrund: Die junge Wienerin hatte ein spezielles Interesse an den 16-jährigen Zwillingssöhnen ihrer Nachbarin entwickelt. Sie begann, den Jugendlichen Nachrichten zu schreiben, die diese auch beantworteten. In dieser Korrespondenz offenbarte sich schnell ihr eigentliches Anliegen – die an Schizophrenie erkrankte Frau wollte von den Minderjährigen „in der Astralwelt“ geschwängert werden, ohne dass physischer Kontakt nötig sei.
Vor Richter Wolfgang Etl bestätigt die Angeklagte diese Darstellung: „Ja, ich wollte Kinder von ihnen haben. Aber Sex war kein Thema, es ging nur um die Befruchtung.“ Sie habe ausschließlich an dem Sperma der beiden 16-Jährigen Interesse gehabt. Diese Fixierung führte zu wiederholten Auseinandersetzungen mit deren Mutter im Stiegenhaus.
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Eskalation im Hof
Mitte März eskalierte die Situation. „Ich habe im Hof auf sie gewartet. Ich war unentschlossen, ob ich sie töten soll“, gesteht die 25-Jährige. Sie habe sich dann aber dagegen entschieden und wollte das Opfer lediglich verletzen: „Ich habe schließlich auch ein Gewissen.“ Einen Mordversuch bestreitet sie daher. Ihre Verteidigerin Hanna Konrad betont: „Das ist eigentlich nebensächlich. Sie braucht Hilfe.“
Für Entsetzen im Gerichtssaal sorgt die junge Frau mit ihrer nächsten Aussage: „Aber es spielt keine Rolle, sie lebt ohnehin nicht mehr.“ Dabei befindet sich das Opfer wohlauf im Nebenraum. Der beisitzende Richter konfrontiert sie: „Was sagen Sie, wenn das Opfer gleich hier sitzen und aussagen wird?“ Die Antwort der 25-Jährigen: „Dann habe ich ein größeres Problem als gedacht.“
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Psychiatrische Behandlung
Die Behandlung der jungen Frau steht erst am Anfang. Sie leidet an einer schizophrenen Psychose und zeigt zudem Gewaltbereitschaft. „Eine ungünstige Kombination“, fasst die Staatsanwältin zusammen und fordert die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung.
Eine Krankheitseinsicht fehlt der Wienerin noch völlig: „Die Depotspritze bekomme ich nur, weil es vor Gericht gut aussieht.“
In einem forensisch-therapeutischen Zentrum wird sie diese Behandlung nun für längere Zeit fortsetzen müssen.
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