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Festnahme

Für 3.000 Euro: Eltern verkaufen 12-jährige für Zwangsehe

(FOTO: iStock/Olga Ihnatsyeva)
(FOTO: iStock/Olga Ihnatsyeva)

In einem schockierenden Fall, der Spanien erschüttert, wurden Eltern eines zwölfjährigen Mädchens festgenommen. Sie stehen unter dem Verdacht, ihre Tochter für eine Zwangsehe verkauft zu haben. Das Mädchen wurde weit entfernt vom Elternhaus aufgefunden und in Sicherheit gebracht.

Die Mutter und der Stiefvater des Mädchens wurden Mitte Februar in Malagón, einer Stadt in der Provinz Ciudad Real, etwa 150 Kilometer südlich von Madrid, festgenommen. Die Mutter weist die Vorwürfe vehement zurück und behauptet, ihre Tochter habe “zu ihrem Freund gehen” wollen. Die Polizei bestätigte die Festnahme des Paares.

Nach intensiver Suche wurde das Kind wenige Tage später mehr als 200 Kilometer vom Elternhaus entfernt im andalusischen Baza gefunden. Sie sollte gegen eine Summe von 3000 Euro zwangsverheiratet werden – mit einem 17-Jährigen.

Nachbarin meldete Misshandlungen

Die Guardia Civil, die zuständige Polizeieinheit, erhielt den entscheidenden Hinweis von einer Nachbarin der Familie in Malagón. “Die Kleine war die beste Freundin meines Sohnes. Sie wurde von der Mutter geschlagen und hat mich eines Tages um Hilfe gebeten und alles erzählt”, sagte die Nachbarin dem staatlichen Fernsehsender RTVE. Sie beschrieb das Mädchen als ängstlich und verängstigt, das “immer geweint und gezittert” habe.

Die Nachbarin hatte bereits früher die mutmaßliche Misshandlung des Mädchens bei der Polizei angezeigt und informierte die Guardia Civil erneut, als das Mädchen verschwand. “Die Polizei hat dann sehr schnell gehandelt”, lobte sie das rasche Eingreifen der Behörden.

Geschwister vom Sozialamt betreut

Das Paar hat noch drei weitere Kinder im Alter von fünf, sieben und acht Jahren. Diese Kinder werden nun vom Sozialamt betreut. Das zwölfjährige Mädchen soll in den nächsten Tagen von Andalusien nach Ciudad Real gebracht werden. Laut einer Sprecherin der Regionalregierung war das Mädchen “der grausamsten Art häuslicher Gewalt” ausgesetzt.

Dieser Fall hat in Spanien und darüber hinaus für Entsetzen gesorgt und die Diskussion über Kinderschutz und Zwangsehen neu entfacht. Es bleibt abzuwarten, wie die Justiz in diesem erschütternden Fall entscheiden wird.