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Energieversorgung

Gasspeicher-Check: So sieht der Stand in Österreich aktuell aus

Gasspeicher-Check: So sieht der Stand in Österreich aktuell aus
(Symbolbild FOTO: iStock)
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Trotz eisiger Kälte und erhöhtem Verbrauch bleiben Österreichs Gasspeicher zu 45 Prozent gefüllt. Die Experten geben Entwarnung – die strategische Reserve wurde noch nicht angetastet.

Die österreichischen Gasspeicher weisen Anfang Februar trotz der diesjährigen Kältewelle noch einen Füllstand von etwa 45 Prozent auf. Dies geht aus aktuellen Daten der Regulierungsbehörde E-Control und des Wirtschaftsministeriums hervor. Im Vergleich dazu waren die Speicher im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt noch zu 62 Prozent gefüllt. Carola Millgramm von der E-Control erklärt den Unterschied: „Wenn es so kalt ist, wie es dieses Jahr ist, werden die Speicher natürlich auch stärker genützt, also eigentlich nichts Erstaunliches.“

Obwohl der derzeitige Speicherstand im Vergleich zu den letzten, wärmeren Wintern niedriger ausfällt, bewegt er sich im langjährigen Durchschnitt in einem normalen Bereich. Zusätzlich zum erhöhten Heizbedarf trug auch die zuletzt verringerte Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasser, Wind und Sonne zu einem höheren Gaseinsatz bei der Stromerzeugung bei. Besorgniserregend sei die Situation dennoch nicht – Österreich verfügt nicht nur über überdurchschnittlich große Speicherkapazitäten, sondern hat nach Beginn des Ukraine-Kriegs auch vorsorglich eine strategische Gasreserve eingerichtet.

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Strategische Reserven

„Die 20 Terawattstunden sind immer noch vollständig vorhanden“, bestätigte die Leiterin der Gas-Abteilung bei der E-Control am Donnerstag im Ö1-Morgenjournal. „Sie sind ja auch tatsächlich für einen Notfall gedacht, der bisher noch nicht eingetreten ist.“ Parallel dazu verlaufen die Gaslieferungen über Deutschland weiterhin ohne Einschränkungen.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) bekräftigte ebenfalls die Versorgungssicherheit: „Wir haben vorgesorgt für den Ernstfall, der aber nicht vorhanden ist.“ Für die kommenden Monate prognostiziert sein Ressort sinkende Gaspreise. Die E-Control teilt diese Einschätzung und erwartet ein wachsendes Angebot an LNG (Flüssigerdgas) auf dem Markt.

Stabile Versorgung

Der Gasverbrauch nahm aufgrund der niedrigen Temperaturen und der schwächeren Produktion aus erneuerbaren Energiequellen zu, während die Gasimporte unverändert weiterlaufen. Laut den zuständigen Behörden und dem Wirtschaftsministerium ist die Versorgung gesichert, die strategischen Reserven bleiben unangetastet.

Mittelfristig rechnen die Experten mit einer Entspannung bei den Gaspreisen.