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Sicherheitsoffensive

Islamisten-Radar: Hassprediger werden ins Visier genommen

Islamisten-Radar: Hassprediger werden ins Visier genommen
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Während Europa mit islamistischer Radikalisierung kämpft, geht Österreich in die Offensive: Eine spezialisierte Beobachtungsstelle soll ab 2026 extremistische Prediger ins Visier nehmen.

Niederösterreich etabliert als Vorreiter eine Beobachtungsstelle für radikale islamische Prediger. Die Einrichtung, die im ersten Quartal 2026 ihre Tätigkeit aufnehmen wird, ist Bestandteil eines umfassenden Aktionsplans gegen radikalen Islamismus, den die Landesregierung im vergangenen Jahr beschlossen hat. Der Fokus der Stelle liegt auf wissenschaftlicher Beobachtung und Analyse extremistischer islamischer Strömungen im Bundesland.

Zu ihren Aufgaben zählen die Entwicklung von Gegenmaßnahmen sowie die Erstellung eines jährlichen Berichts für den Landessicherheitsrat. „Niederösterreich handelt entschlossen, wenn es um den Schutz unserer freien Gesellschaft geht“, unterstreicht Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die Initiative.

Wachsende Bedrohungslage

Der radikale Islamismus wird als erhebliches Risiko für gesellschaftlichen Zusammenhalt und öffentliche Sicherheit eingestuft. Besonders problematisch: Radikalisierungsprozesse verlaufen zunehmend über digitale Kanäle und ignorieren territoriale Grenzen. Ein tragisches Beispiel lieferte der Anschlag in Villach, bei dem ein 14-Jähriger durch einen syrischen Attentäter getötet wurde, der sich über TikTok-Videos eines deutschen islamistischen Predigers radikalisiert hatte.

Europäische Zusammenarbeit

Angesichts solcher grenzüberschreitender Bedrohungen fordern Mikl-Leitner und Integrationsministerin Claudia Bauer ein koordiniertes europäisches Vorgehen. Sie plädieren nachdrücklich für die Implementierung eines EU-weiten Hassprediger-Registers. „Kein Staat kann diese Bedrohung alleine bewältigen. Ein europäisches Hassprediger-Register ist ein notwendiger Schritt, um gefährliche Akteure sichtbar zu machen, Sicherheitsbehörden besser zu vernetzen und konsequent zu handeln. Wer Hass predigt, darf in Europa keinen Platz haben“, erklärt Bauer.

Die niederösterreichische Initiative war auch Gegenstand eines Arbeitsgesprächs zwischen Mikl-Leitner und Bauer in St. Pölten.

Beide Politikerinnen betonen, dass nur durch klare Regelwerke, präventive Maßnahmen und enge Kooperation auf allen politischen Ebenen der Bedrohung durch radikalen Islamismus wirksam begegnet werden könne.