Pelze, Schmuck, Goldzähne – und dahinter oft schmutziges Geld. In Wien sind die umstrittenen Wanderhändler zurück.
Im vergangenen Jahr hat das Wiener Marktamt mehr als 1.000 Kontrollen durchgeführt und dabei insgesamt 67 Anzeigen erstattet. Hintergrund dieser Maßnahmen ist der Versuch, den Ankauf von Luxusgütern durch Firmen zu unterbinden, die sich nur vorübergehend in Wien niederlassen und häufig in Zusammenhang mit Geldwäsche gebracht werden. Alexander Hengl vom Marktamt warnt ausdrücklich davor, sich auf derartige Geschäfte einzulassen – denn die angebotenen Preise seien selten fair, und die Bezahlung erfolge in der Regel mit Schwarzgeld.
Gewerbetreibende, die Zahlungen von 10.000 Euro oder mehr in bar tätigen oder entgegennehmen, unterliegen gesetzlichen Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Im Falle von Verstößen gegen Geldwäschebestimmungen meldet das Marktamt die Betriebe an die Geldwäschemeldestelle des Bundeskriminalamtes.
„Allein schon die Wagen, wenn man sich die anschaut bei diesen Ankäufen, man wird dort tatsächlich teilweise übers Ohr ghaut, was bei Nobelprodukten dann gleich einen Haufen Geld ausmacht“, so Hengl.
⇢ Nächster Louvre-Skandal: Personal in Millionenbetrug verstrickt
Wanderhändler kehren zurück
Das Geschäftsmodell dieser Händler folgt einem bekannten Muster: Sie buchen kurzfristig Räumlichkeiten in Wiener Hotels oder Veranstaltungslocations und schalten Zeitungsinserate, in denen sie Pelze, Schmuck oder Goldzähne ankaufen wollen. Nachdem der Druck durch verstärkte Kontrollen die sogenannten Wanderhändler zeitweise aus Wien vertrieben hatte, häufen sich in den vergangenen Tagen und Wochen erneut Meldungen über Aktivitäten deutscher Händler in der Stadt.
Das Wiener Marktamt reagiert darauf mit einer Ausweitung seiner Kontrolltätigkeit.