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Gemeinsames Projekt von Serbien und Österreich – duale Ausbildung

Foto: iStockphoto

Welche Neuigkeiten sollten im Schulsystem in Serbien eingeführt werden?

Es wäre wichtig, dass die Trennung von dualer und vollschulischer Ausbildung noch klarer gezogen wird. Der Anteil der Ausbildung im Lehrbetrieb könnte noch gesteigert werden. Hingegen sollte bei der vollschulischen Ausbildung, ähnlich wie bei den österreichischen berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, ein Praktikum auf die Sommermonate beschränkt sein. Generell ist es wichtig, die Berufsorientierung, also die Bildungs- und Berufsberatung, in all jenen Schuljahren zu verstärken, in denen eine Entscheidung für den weiteren Bildungsweg getroffen werden muss. Das gilt insbesondere für die 14- bis 15-jährigen.

Können die Schüler, die diesen Ausbildungsweg einschlagen, Praktika oder sonstige Unterstützung seitens der österreichischen Partner erwarten?

Die österreichischen Niederlassungen in Serbien waren von Anfang an – und sind auch weiterhin sehr interessiert, junge Menschen auszubilden und ihnen entsprechende Anstellungen und Karrieremöglichkeiten zu bieten.

Was einen Aufenthalt in Österreich betrifft, so wäre auch das möglich. Im neuen Erasmus+ wird Serbien als Programmland geführt, wodurch auch serbische Schüler und Lehrlinge einen geförderten Auslandsaufenthalt in Österreich absolvieren können. Dazu müssen sich die serbischen Berufsschulen oder Lehrbetriebe an die zuständige serbische Erasmus-Agentur wenden. 

Der Fachkräftemangel in Serbien wird eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre sein. Eine Investition in die duale Ausbildung sichert somit auch den Fortbestand des eigenen Unternehmens und kann somit als eine Versicherung angesehen werden.

In österreichischen Firmen ist der Weg von der dualen Ausbildung bis in die Unternehmensführung möglich und kommt in der Praxis oft vor. Führungskräfte, die eine duale Ausbildung durchlaufen haben, kennen sich im Kerngeschäft bestens aus und können viele Abläufe besser nachvollziehen und somit auch verbessern.

Was Investitionsanreize für ausländische Unternehmen betrifft, kann ein funktionierendes System der dualen Ausbildung mitunter ein wesentlicher Investitionsimpuls sein, da neben der Verfügbarkeit von Fachkräften auch der Grad der Fachkenntnisse ausschlaggebend ist.

Bei den jährlichen Umfragen bei den österreichischen Niederlassungen in Serbien wird das Thema Fachkräfte im Hinblick auf Verfügbarkeit und Fachkenntnisse ein immer wichtigeres Thema.

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