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„Der Großvater der österreichischen Hymne“: Petar Preradović

Der südslawische Dichter lebte und arbeitete in Wien und wohnte zwei Jahre im dritten Wiener Gemeindebezirk. (FOTOS: Google Maps-Screenshot, zVg.)

Vor 203 Jahren kam der große kroatische/serbische Dichter zur Welt. Seine Poesie, Beteiligung an der illyrischen Bewegung und panslawischen Ansichten machen ihn zu einem der bedeutendsten Südslawen, die in Wien lebten und arbeiteten.

Am 7./19. März 1818 kam Petar Preradović im Ort Grabovnica, der damaligen Militärgrenze (bzw. Königreich Kroatien und Slavonien, Kaisertum Österreich), zur Welt. Als Sohn einer orthodoxen Familie und Nachkomme eines Militäroffiziers trat er, nach dem Tod seines Vaters, in dessen Fußstapfen. Seine militärische Ausbildung erhielt Petar Preradovićzuerst in Bjelovar und führte diese, auf Ansuchen seiner Mutter, später in Wiener Neustadt fort.

Da es in der damaligen Zeit für Orthodoxe nicht möglich war, höhere Ränge beim Militär zu erreichen, trat er 1832 zur katholischen Kirche über. Während seiner Karriere beim Heer der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn schwächte seine emotionale Bindung zu seiner Heimat ab.

Illyrische Bewegung und Panslawismus
Erst als Preradović in Mailand auf den kroatischen Geschichtsforscher und Rechtsgelehrten Ivan Kukuljević-Sakcinski, welcher sich zudem stark politisch engagierte, traf, begann Preradović sich intensiver mit der serbischen bzw. kroatischen Kultur und Sprache zu beschäftigen.

Aufgrund seiner Kontakte zu damals wichtigen intellektuellen Südslawen, wie z.B. Vuk Stefanović Kardžić, und seines immer stärker werdenden Interesses für das Südslawische schloss er sich 1846 der Illyrischen Bewegung (Ilirski pokret) an. Dies war eine Nationalbewegung, welche zu Beginn der 1830 Jahren von kroatischen, später aber auch von serbischen und slowenischen Intelektuellen initiiert wurde und sich für eine kulturelle, ethnische und politische Einheit aller Südslawen (panslawistische Idee) einsetzte.

Aus diesem Zeitraum sind vor allem Preradovićs Gedichte „Pozdrav domovini“ („Gruß an die Heimat“), „Rodu o jeziku“ („Seinem Volke über deren Sprache“) und „Jezik roda moga“ („Sprache meines Volkes“) bekannt.

(FOTOS: zVg.)

„Großvater der Österreichischen Hymne“
Im Jahre 1866 kehrte er in die österreichische Hauptstadt zurück, wo er in der Ungargasse 39 im 3. Bezirk lebte. Dort verbrachte er die letzten zwei Jahre seines Lebens bis er am 18. August 1872 in Fahrafeld im Alter von 54 Jahren starb. Petar Preradović wurde am Matzleinsdorfer-Friedhof in Wien beigesetzt und nach dessen Sperrung 1879 auf den Zagreber Friedhof Mirogoj überführt. Er hatte sieben Kinder und sein in Österreich wohl bekanntester Nachfahre ist Paula Preradović, der Verfasserin der österreichischen Bundeshymne.