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SCHWANGERE VERUNSICHERT

Gynäkologin über Corona-Mythen: „Eine Impfung macht nicht unfruchtbar“

Gynäkologin Dr. Gunda Pristauz-Telsnigg über Impfmythen und Unfruchtbarkeit (FOTOS: Screenshot ZiB-Nacht vom 07.09.2021, iStockphoto)

Viele Frauen lassen sich aus Angst, die Corona-Impfung könnte sie unfruchtbar machen, nicht impfen. Doch das sei ein Gerücht, wie eine Gynäkologin nun erklärte.

Wie mehrere Umfragen der letzten Zeit zeigten, lassen sich viele Frauen nicht impfen, weil sie Angst davor haben, unfruchtbar zu werden. Dieser Mythos wird vor allem durch das Internet befeuert und sorgt für Unsicherheit. Österreichische Gynäkologen widersprechen diesen Gerüchten nun entschieden: Weder mache die Impfung unfruchtbar, noch führe sie zu mehr Fehl- oder Totgeburten bei geimpften Schwangeren. Dies bestätigte nun auch die Gynäkologin und Präsidentin der österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Priv.-Doz. Dr. Gunda Pristauz-Telsnigg in einem gestrigen Interview in der ZiB-Nacht.

Frauen mit Kinderwunsch: Unbedingt impfen lassen!
„Wir haben viele Daten, dass die Impfung schützt und keine nachteiligen Effekte auf die Fruchtbarkeit hat“, erklärte die Gynäkologin in einem Interview in der ZiB-Nacht.Besonders Frauen mit Vorerkrankungen, etwa Diabetes, sollten sich auf jeden Fall impfen lassen. Denn diese könnten in der Schwangerschaft besonders schwere Corona-Verläufe erleiden. Dr. Pristauz-Telsnigg gibt also eine klare Impfempfehlung – „auch während der Schwangerschaft“.

Schwangere mehr gefährdet als Nicht-Schwangere
„Schwangere mit Corona-Erkrankung sind deutlich mehr gefährdet als Nicht-Schwangere“, wie Dr. Pristauz-Telsnigg betonte. Und weiter: „Wir wissen, dass die Chance auf der Intensivstation zu landen oder einen schweren Krankheitsverlauf zu haben für Schwangere deutlich höher ist als für Nicht-Schwangere. Auch kommt es zu einer erhöhten Frühgeburtsrate bei Corona-erkrankten Schwangeren.“

„Gerade für Schwangere sollte die Impfung empfohlen werden!“

Gynäkologin Priv.-Doz. Dr. Gunda Pristauz-Telsnigg

Es gebe neue Daten von über 4.000 Schwangeren und zahlreiche Studien dazu. „Diese zeigen, dass die Impfung bei Schwangeren sicher ist.“ Es gebe keine erhöhten Nebenwirkungen und auch keine vermehrten Komplikationen – weder für das Kind noch die Mutter, so die Gynäkologin weiter.

Angst vor Schädigung der Plazenta unbegründet
Dennoch sind viele Schwangere, sowie Frauen mit einem Kinderwunsch verunsichert. Ein massives Problem sind dabei auch die zum Teil sogar wissenschaftlich untermauerten Informationen, die sich zu dem Thema im Internet finden: Ein Gerücht ist etwa, dass das Spike-Protein, das in den mRNA-Impfstoffen enthalten ist, einem Protein in der Plazenta ähnelt und sie dadurch schädigen könnte. Dem widerspricht die Gynäkologin entschieden.

Zwar würden sich bestimmte Stoffe einander ähneln, wie mehrere österreichische Gynäkologen erklärten, jedoch seien diese keinesfalls identische. Die Gefahr, dass die Antikörper sich gegen die Plazenta richten, die das ungeborene Kind versorgt, besteht also nicht, betont auch Dr. Pristauz-Telsnigg:

„Es ist mittlerweile Nachgewiesen, dass das nicht stimmt. Die Antikörper greifen das Protein der Plazenta nicht an.“ Es brauche hier noch viel Aufklärungsarbeit, um Schwangeren diese Angst zu nehmen. Vor allem, da das Spike-Protein ja auch im Virus selbst enthalten ist, „das heißt, es müssten ja auch alle Frauen, die bereits an Corona erkrankt sind ebenfalls unfruchtbar sein. Das ist absolut nicht wahr!“ Zum Schluss betonte die Gynäkologin noch einmal: „Es gibt keine Daten, dass eine Corona-Impfung in irgendeiner Weise unfruchtbar macht.“

Quellen und Links:

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