Hinter verschlossenen Türen soll er seine Stieftochter missbraucht haben. Vor Gericht stritt der 39-Jährige alles ab – doch die Richter glaubten ihm nicht.
Ein 39-jähriger Mann mit österreichisch-afghanischem Hintergrund stand am Donnerstag am Landesgericht Eisenstadt wegen schwerwiegender Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs vor Gericht. Laut Anklage hatte er seine Stieftochter wiederholt missbraucht und dabei Privilegien wie verlängerte Handy- und Computernutzung als Druckmittel eingesetzt. Der Fall kam erst ans Licht, als sich das Mädchen ihrer Großmutter anvertraute.
Der Beschuldigte, der mit der Mutter des Opfers ein gemeinsames Kind hat, galt für die heute 13-Jährige als Vertrauensperson. Mit den Anschuldigungen konfrontiert, bestritt er vehement jede Schuld und unterstellte dem Mädchen Falschaussagen. „Ich habe nichts gemacht“, beteuerte er während der Verhandlung und beharrte auf seiner Version der Ereignisse.
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Widersprüchliche Aussagen
Die Verteidigerin des Mannes, Anwältin Stiglitz, versuchte die Glaubwürdigkeit des Opfers in Zweifel zu ziehen und verwies auf Unstimmigkeiten in dessen Aussagen, insbesondere bezüglich der Häufigkeit der Übergriffe. Die Staatsanwaltschaft konterte mit dem Argument, solche Abweichungen seien angesichts des langen Tatzeitraums von mehr als zwei Jahren „menschlich“ und nachvollziehbar.
Die Verhandlung wurde von emotionalen Momenten geprägt. „Ich ertrage das nicht mehr, das ist ekelhaft“, rief der Onkel des Mädchens während der Sitzung und musste daraufhin den Gerichtssaal verlassen.
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Gerichtsurteil gefällt
Trotz eines leidenschaftlichen Plädoyers der Verteidigung, die einen Freispruch im Zweifel forderte, folgte das Gericht der Anklage. Am Nachmittag verkündete der Senat sein Urteil: fünf Jahre Haft ohne Bewährung wegen schweren sexuellen Missbrauchs.
Der Verurteilte legte umgehend Berufung ein, wodurch das Urteil vorerst nicht rechtskräftig ist.