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REZEPT

Hanuma kocht bosnische Ravioli „Klepe“

(FOTO: Hanuma kocht)

Foodbloggerin Elma Pandžić verzückt ihre Follower in ihrem zweisprachigen Blog “Hanuma kocht” regelmäßig mit Rezepten aus ihren beiden Heimaten – Österreich und Bosnien-Herzegowina.

Auch wenn viele sie als bosnische Ravioli bezeichnen, sind sie doch etwas anderes – sie sind einzigartig. Sie sind in vielen Ländern bekannt, wie z.B Afghanistan und Russland, vor allem aber bei den Türken als Manti. Sie stammen eigentlich aus Asien, aber jedes Land hat sie zu etwas „Eigenem“ umfunktioniert. Klepe unterscheiden sich von Ravioli in vielerlei Hinsicht. Die Fleischfüllung ist roh und der Teig dicker und weicher als klassischer Nudelteig. Dieses Gericht ist so einfach und dennoch so lecker. Da verwundert es nicht, dass es als eines der Nationalgerichte Bosniens und Herzegowinas gilt, welches vor allem von dem Menschen aus Sarajevo geschützt wird.

Menge für 2-3 Personen:

Für den Teig:

  • 300 g glattes Weizenmehl (in Ö Typ W480 oder W700, in D Typ 405 oder 550)
  • 1 Ei und 1 Eigelb
  • 2 EL Öl
  • 100 ml lauwarmes Wasser
  • 1 gestr. TL Salz

Für die Füllung:

  • 150 g Faschiertes vom Rind
  • 1 kleine oder ½ große Zwiebel
  • 1 TL Knoblauchpaste oder 1 Knoblauchzehe
  • 1 gestr. TL Salz
  • 1 Msp. Pfeffer

Guss 1:

  • 1 Becher Sauerrahm (=250 g)
  • 1 TL Knoblauchpaste oder 1 Knoblauchzehe
  • ¼ TL Salz

Guss 2:

  • 50 g Butter
  • 1 TL Paprikapulver
  • 1 TL Tomatenmark
  • frische oder gefrorene Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie und Minze

Zubereitung:
1) Zuerst bereitet ihr den Teig zu, da dieser ruhen muss. Vermischt Mehl und Salz in einer Schüssel. Fügt das Öl und das lauwarme Wasser hinzu.

2) Verknetet per Hand oder mit der Küchenmaschine einen festen Teig. Sollte er zu weich sein, fügt bei Bedarf noch Mehl hinzu. Der Teig ist ein wenig weicher als klassischer Nudelteig.

3) Halbiert ihn und formt zwei Bälle. Diese legt ihr auf einen Teller/ein Tablett und bedeckt sie sorgfältig mit Frischhaltefolie. Lasst sie für ca. 30 min ruhen.

4) In dieser Zeit bereitet ihr die Füllung zu. Schwitzt die Zwiebelwürfel in der Pfanne an. Viele geben sie roh in die Füllung aber ich bevorzuge sie auf diese Weise, weil sie so mehr Aroma haben und bekömmlicher sind.

5) Vermischt Fleisch, Zwiebeln, Knoblauch, Salz und Pfeffer und knetet die Masse gut durch.

6) Legt zwei Tablette mit Backpapier aus. Bereitet einen dünnen Ausrollstab (oklagija) oder ein klassisches Nudelholz vor. Zudem auch eine kleine Menge Mehl zum Ausrollen (ca. 100 g). Am besten ist es, den Teig auf einem Baumwolltuch (siehe Video) auszurollen. Dadurch klebt er nicht an der Arbeitsfläche und wenn ihr die Nudeln schneidet, macht ihr die Arbeitsfläche nicht kaputt. Nehmt ein Tuch, das groß genug ist (mind. 50×50) und auch nicht das schönste, da es schmutzig wird.

7) Rollt den Teig etwa 2 mm dick aus. Beim Ausrollen könnt ihr ihn bemehlen, aber sparsam! Je mehr Mehl, umso schwieriger lassen sich die Klepe verkleben.

8) Wenn ihr Perfektionisten seid, nehmt ihr ein Lineal und schneidet den ausgerollten Teig zu einem Recht- oder Viereck zu. Schneidet es danach in 5 (mini) oder 8 cm große Quadrate. Deckt immer einen Teil des Teiges, der gerade nicht befüllt wird ab, damit er nicht austrocknet. Sonst wird es unmöglich die Enden zu verkleben.

9) In die Mitte jedes Quadrates legt ihr eine kleine Menge an Füllung. Klappt die Seiten so um, dass ein Dreieck entsteht, drückt mit den Fingern die Luft heraus und verschließt die Enden mit den Fingerspitzen und mit einer Gabel.

10) Legt die Klepe auf das vorbereitete Tablett. Fahrt auf diese Weise fort, bis beide Teigkugeln verbraucht sind. Die Reste (vom Wegschneiden) wickelt ihr jedes Mal in Frischhaltefolie, damit sie nicht austrocknen, knetet sie zusammen und formt daraus wieder einen Teig, bis das letzte Stückchen aufgebraucht ist.

11) Bevor ihr die Klepe kocht, bereitet ihr die zwei „Saucen“ zu. Vermischt Sauerrahm, Knoblauch und Salz für die eine. Für die andere schmelzt ihr die Butter in einem Topf und fügt Tomatenmark und Paprikapulver hinzu. 

12) In einem Topf kocht ihr genügend Wasser auf (gebt ca. 2-3 TL Salz hinein). Reduziert die Hitze auf mittlere Stufe (bei mir St. 6 von 9) und kocht die Klepe, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Nehmt sie heraus und legt sie direkt auf den Teller.

13) Übergießt sie mit dem weißen und dann mit dem roten Guss. Das war’s auch schon! Guten Appetit!

Tipps:

1) Vorrat und Einfrieren: falls ihr Klepe auf Vorrat machen wollt, nehmt die doppelte Menge an Zutaten. Stellt die fertigen Klepe mit dem Tablett in den Gefrierschrank. Nach 1-2 Stunden zieht ihr sie vorsichtig vom Backpapier und Tablett ab und legt sie in einen Gefrierbeutel. So könnt ihr sie einfrieren. Später müsst ihr sie nicht auftauen, sondern legt sie gefroren ins heiße Wasser. So sind sie mehrere Monate haltbar. 

2) Falls euch von der Füllung etwas übrig bleiben sollte, könnt ihr diese verwenden, um Tarhanasuppe oder Čilbur (Hackfleischpfanne mir Eiern) zuzubereiten.

3) Sollte der Teig dennoch ausgetrocknet sein und sich nicht verkleben lassen, fahrt mit den Handflächen mehrmals darüber. So erwärmt ihr ihn und sorgt dafür, dass er weicher und klebriger wird.