Salzburg plant Sozialtarife für Strom und Heizen – eine Entlastung für Bedürftige, während der Heizkostenzuschuss drastisch gekürzt wurde. Die Caritas begrüßt die Initiative.
Für einkommensschwache Haushalte in Salzburg zeichnet sich eine finanzielle Entlastung ab. Künftig sollen spezielle Tarife für Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose die Energiekosten reduzieren. Die Salzburger Caritas bewertet die geplante Gesetzesänderung positiv. Bei der Salzburg AG sehen die Grünen allerdings noch Nachbesserungsbedarf. Torsten Bichler von der Caritas-Sozialberatung setzt große Erwartungen in das neue Energiegesetz: „Dabei sind Sozialtarife beim Strom und Heizen vorgesehen. Das war eine lange Forderung von uns.“
Die Reduzierung des Heizkostenzuschusses in Salzburg von ehemals 600 auf nunmehr 250 Euro jährlich belastet viele Menschen mit geringem Einkommen erheblich. „Das sehen wir natürlich kritisch“, erklärt Torsten Bichler von der Caritas-Sozialberatung. Er verzeichnet in den letzten Jahren einen signifikanten Zuwachs bei den Beratungsgesprächen. Besonders die Energiearmut sei aufgrund der gestiegenen Preise für Strom und Gas zu einem zentralen Problem geworden.
Steigende Notlage
Der Stromunterstützungsfonds der Salzburg AG leistet jährlich für 300 bis 400 Personen finanzielle Hilfe. Die tatsächliche Anzahl derer, die Schwierigkeiten bei der Begleichung ihrer Rechnungen haben, ist unbekannt. Den Heizkostenzuschuss nahmen im vergangenen Jahr über 10.000 Personen in Anspruch – mehr als doppelt so viele wie 2022, als weniger als 5000 Menschen diese Unterstützung benötigten.
Der Landesenergieversorger Salzburg AG sendet ein ermutigendes Signal: In den Wintermonaten verzichtet das Unternehmen auf Abschaltungen bei Kunden mit Strom-, Gas- und Fernwärmeversorgung. „Gleichzeitig wird jedoch deutlich, wie wichtig es ist, dass Information über Unterstützungsangebote frühzeitig, proaktiv, niederschwellig und leicht verständlich erfolgt“, betont Klubobfrau Martina Berthold von den Grünen, die am Mittwoch einen entsprechenden Antrag im Landtag einbringen wird.
Bessere Information
Neben besserer Information zu Monatsabrechnungen, Ratenzahlungen oder Zahlungsaufschüben strebt sie an, dass auch Gaskunden die Möglichkeit einer monatlichen Abrechnung erhalten. Die vergünstigten Tarife sollen nicht ausschließlich Sozialhilfeempfängern zugutekommen, sondern auch Arbeitslosen. Bichler bestätigt, dass Frauen häufiger von Armut betroffen sind als Männer.
Besonders Rentnerinnen und alleinerziehende Mütter befinden sich oft in finanziell prekären Situationen.