Der Himmel über Österreich wird zum kosmischen Theater: Im September 2025 taucht eine totale Mondfinsternis den Erdtrabanten in kupferrotes Licht – ein Spektakel mit langer Wartezeit.
Am 7. September 2025 können Österreicherinnen und Österreicher ein seltenes Himmelsschauspiel beobachten: Eine totale Mondfinsternis verwandelt den Erdtrabanten in einen kupferroten „Blutmond“, der landesweit zu sehen sein wird. Das Naturereignis stellt die beeindruckendste Mondfinsternis seit 2022 dar und bleibt die beste Beobachtungsgelegenheit dieser Art bis Ende 2029. Erst am 20. Dezember 2029 bietet sich wieder eine vergleichbar günstige Sichtbarkeit im gesamten Bundesgebiet.
Der Ablauf des astronomischen Spektakels beginnt bereits am späten Nachmittag, wenn der Mond um 17:28 Uhr (MESZ) in den Halbschatten der Erde eintritt. Der Kernschatteneintritt folgt um 18:27 Uhr. Die eigentliche Hauptphase – die vollständige Verdunkelung – setzt kurz nach Mondaufgang um 19:31 Uhr ein und erreicht ihren Höhepunkt um 20:12 Uhr, wobei sich der Mond dann lediglich sieben Grad über dem Horizont befindet.
Die Totalitätsphase endet um 20:53 Uhr, während der letzte erkennbare Schattenwurf gegen 22:55 Uhr verschwindet. Mondaufgang findet gegen 19:20 Uhr statt, sowohl in Wien als auch in Vorarlberg. Nach dem Ende der Totalität um 20:53 Uhr folgt der Kernschattenaustritt um 21:56 Uhr und schließlich der Austritt aus dem Halbschatten um 22:55 Uhr.
Optimale Beobachtung
Für optimale Beobachtungsbedingungen empfiehlt sich ein Standort mit uneingeschränktem Blick nach Osten, vorzugsweise fernab städtischer Lichtverschmutzung. Der niedrig am Himmel stehende Mond präsentiert sich besonders eindrucksvoll während der Totalitätsphase, wenn die zunehmende Dunkelheit den Kontrast verstärkt. Das Phänomen lässt sich mit bloßem Auge gut verfolgen, kann jedoch mit optischen Hilfsmitteln wie Fernglas oder Teleskop intensiver wahrgenommen werden.
Ein besonderer Bonus für Himmelsbeobachter: Während der Finsternis wird der Planet Saturn etwa 13 Grad links und 5 Grad unterhalb des Mondes stehen und ebenfalls mit bloßem Auge sichtbar sein. Diese seltene Konstellation bietet Astronomie-Enthusiasten die Gelegenheit, sowohl den Blutmond als auch Saturn gleichzeitig zu beobachten und fotografisch festzuhalten.
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Die charakteristische rötliche Färbung – der sogenannte „Blutmond“ – entsteht durch die Brechung des Sonnenlichts in der Erdatmosphäre. Das Himmelsereignis dauert bis kurz vor Mitternacht und ist in allen österreichischen Bundesländern sichtbar.
Mythologische Bedeutung
Früher wurden Mondfinsternisse oft als Omen des Unheils und Vorzeichen für Krieg, Katastrophen oder göttlichen Zorn gesehen. In der nordischen Mythologie jagt der Wolf Sköll den Mond, verschlingt ihn und leitet damit das Ende der Welt (Ragnarök) ein.
Indigene Kulturen betrachteten den Blutmond als verletzten Mond und führten Heilrituale durch, während die Maya diese Zeit als gefährlich ansahen, in der böse Geister aktiv sind. Im alten Ägypten galt der rote Mond als gestohlenes Auge des Gottes Horus.
In asiatischen Legenden verschlingt ein Drache den Mond, weshalb Menschen mit Lärm und Feuerwerk versuchten, ihn zu vertreiben. Japanische Geschichten erzählen, dass ein roter Mond die Geister der Verstorbenen zurückruft.
Während in der spirituellen Sicht der Blutmond als Symbol für Reinigung und Transformation gilt.