Sommerliche Hitze und falsch kombinierte Geräte können zur tödlichen Falle werden. Die unsichtbare Gefahr durch Kohlenmonoxid steigt in Wohnungen mit Gasthermen dramatisch an.
Mit den steigenden Sommertemperaturen erhöht sich auch die Gefahr lebensbedrohlicher Kohlenmonoxid-Zwischenfälle. Das tückische an diesem Gas: Es lässt sich weder sehen noch riechen. Selbst geringe Konzentrationen können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben oder sogar tödlich enden. Experten warnen nachdrücklich vor den Risiken einer Kohlenmonoxid-Vergiftung, besonders wenn bei Hitze Klimageräte und Gasthermen falsch kombiniert werden.
In Wohnungen mit Gasthermen kann die sommerliche Hitze zu gefährlichen Rückstauungen im Kaminzug führen. Statt nach außen zu entweichen, verteilen sich die giftigen Abgase dann unbemerkt in den Wohnräumen. Die Situation verschärft sich dramatisch, wenn gleichzeitig mobile Klimageräte oder Abluftlüfter betrieben werden. Diese erzeugen einen Unterdruck, der die schädlichen Gase regelrecht aus dem Kamin in den Wohnbereich saugt. Wer in dieser Konstellation raumluftabhängige Gasthermen oder Durchlauferhitzer nutzt, setzt sich einer erheblichen Gesundheitsgefahr aus.
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Sicherheitsmaßnahmen beachten
Fachleute empfehlen daher dringend, den parallelen Betrieb dieser Geräte zu vermeiden. Auch bei großer Hitze bleibt regelmäßiges Lüften unverzichtbar. Die Wiener Rauchfangkehrer haben zu diesem Thema ein Informationsvideo veröffentlicht. Vor der Anschaffung eines Klimageräts sollte unbedingt der zuständige Rauchfangkehrer konsultiert werden, der die sichere Nutzbarkeit in der jeweiligen Wohnung beurteilen kann.
Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal appelliert an die Bevölkerung, Gasgeräte regelmäßig warten zu lassen und Kohlenmonoxid-Melder zu installieren. Ihr eindringlicher Appell: „Es geht um nichts weniger als Ihr Leben.“ Um Vergiftungen vorzubeugen, ist eine jährliche Wartung der Gasgeräte durch zertifizierte Unternehmen essenziell. Ebenso vorgeschrieben ist die jährliche Hauptkehrung mit Abgasmessung durch den Rauchfangkehrer. Kohlenmonoxid-Warngeräte bieten zusätzlichen Schutz und alarmieren bei gefährlichen Gaskonzentrationen sofort.
Notfallverhalten
Wer bei Temperaturen über 30 Grad eine Gastherme nutzen muss, sollte unbedingt ein Fenster in der Nähe öffnen und den Betrieb auf das Notwendigste beschränken. Bei Anzeichen wie Schwindel, Übelkeit oder Benommenheit ist die Wohnung umgehend zu verlassen und unter der Notrufnummer 144 die Rettung zu alarmieren.
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Gefährliche Fallzahlen in Österreich
Die Statistik zeichnet ein alarmierendes Bild: Jedes Jahr werden in Österreich mehrere tödliche Kohlenmonoxid-Unfälle dokumentiert, die auf die gleichzeitige Nutzung von Gasthermen und Klimageräten zurückzuführen sind. Bei sommerlichen Hitzewellen steigt das Risiko besonders stark an, da die hohen Außentemperaturen die Thermik im Kamin beeinträchtigen können. Feuerwehrsprecher und Experten betonen wiederholt den Zusammenhang zwischen diesen Todesfällen und der gefährlichen Kombination beider Gerätetypen.
Konkret haben sowohl die Stadt Wien als auch die Wiener Rauchfangkehrer auf ihren offiziellen Portalen eindringlich vor dieser Gefahr gewarnt. Installateure raten dringend, vor dem Betrieb von mobilen Klimageräten in Wohnungen mit Gasthermen immer fachkundigen Rat einzuholen. Die Thermik im Kamin ist bei Hitze ohnehin bereits beeinträchtigt – der zusätzliche Unterdruck durch ein Klimagerät kann dann zur tödlichen Falle werden.