Paris Saint-Germain feiert den ersten Champions-League-Triumph der Vereinsgeschichte mit einem historischen 5:0-Kantersieg gegen Inter Mailand. Im Münchner Finale demonstrierte das Team von Luis Enrique eine fußballerische Überlegenheit, die den italienischen Vizemeister zu keinem Zeitpunkt ins Spiel finden ließ.
Bereits in der 12. Minute schlug PSG eiskalt zu. Vitinha bediente Doué mit einem präzisen Steilpass, der den Ball perfekt in den Lauf von Hakimi querlegte. Der marokkanische Nationalspieler vollendete aus kurzer Distanz mühelos zum 1:0. Ausgerechnet Hakimi, der 2021 nach dem Meistertitel mit Inter für 68 Millionen Euro nach Paris gewechselt war, verzichtete auf überschwänglichen Jubel und hob stattdessen entschuldigend die Arme.
Nur acht Minuten später baute Paris die Führung aus. Doué zog von rechts in den Strafraum und schloss entschlossen ab. Sein Schuss prallte vom unglücklich agierenden Dimarco unhaltbar ins kurze Eck zum 2:0 ab. Der Inter-Verteidiger entwickelte sich zur tragischen Figur des Abends – beim ersten Treffer hatte er das Abseits aufgehoben, beim zweiten unglücklich abgefälscht.
Doués Sternstunde
Als Matchwinner entpuppte sich der erst 19-jährige Désiré Doué. Das französische Ausnahmetalent, das PSG im vergangenen Sommer für 50 Millionen Euro aus Rennes verpflichtet hatte, bereitete nicht nur den Führungstreffer vor, sondern erzielte auch das 2:0 und legte in der 63. Minute mit dem 3:0 nach. Die Bayern, die im Transferpoker um Doué das Nachsehen hatten, mussten nun mitansehen, wie sich der Youngster ausgerechnet in ihrer Arena unsterblich machte.
Die Mailänder fanden gegen die entfesselt aufspielenden Pariser kein Mittel und kamen lediglich bei Standardsituationen zu Halbchancen. PSG hingegen spielte sich in einen Rausch. Kvaratshelia erhöhte in der 73. Minute auf 4:0, ehe Mayulu vier Minuten vor Schluss den 5:0-Endstand markierte – der höchste Sieg in einem Champions-League-Finale aller Zeiten.
Enriques Meisterstück
Ironischerweise gelang der lang ersehnte Triumph nicht mit den Superstars der Vergangenheit. Während PSG jahrelang mit Mbappé, Neymar und Messi vergeblich nach dem Henkelpott griff, holte nun ein Team ohne klaren Superstar den Titel. Der eigentliche Architekt des Erfolgs ist Trainer Luis Enrique. Der 55-jährige Spanier schaffte, was nur sechs Trainern vor ihm gelungen war: Er gewann mit zwei verschiedenen Vereinen die Champions League.
Nach seinem Triumph mit Barcelona 2015 in Berlin durfte er nun, zehn Jahre später, in München erneut die begehrteste Trophäe des Klubfußballs in den Nachthimmel recken.