Zwei Personenzüge krachen in Tschechien frontal zusammen – fast 60 Verletzte sind die Folge. Der Unfall wirft Fragen zur Sicherheit im dichten Schienennetz auf.
Bei einer Frontalkollision zweier Personenzüge nahe České Budějovice (Budweis) in Tschechien wurden nach Behördenangaben fast 60 Menschen verletzt, fünf davon schwer. Rettungskräfte rückten mit zahlreichen Krankenwagen und einem Hubschrauber zum Unfallort aus. Das Unglück ereignete sich auf einer Bahnstrecke im tschechischen Südwesten, rund 50 Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt.
Die Kollision geschah zwischen einem Schnellzug und einem weiteren Personenzug, die aus entgegengesetzten Richtungen kamen. Die genaue Unfallursache ist noch Gegenstand der Ermittlungen durch die Eisenbahninspektion. Alkohol als möglicher Faktor wurde bereits ausgeschlossen – die Polizei teilte mit, dass entsprechende Tests bei den Lokführern negativ ausfielen.
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Sicherheitssysteme gefordert
Tschechien, Mitglied in EU und NATO, verfügt über eines der engmaschigsten Eisenbahnnetze Europas. Jiri Svoboda, Generaldirektor der Eisenbahnverwaltung, kommentierte den Vorfall im Onlinedienst X: „Dieser Unfall hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, den Ausbau moderner Sicherungssysteme wie ETCS fortzusetzen.“ Er betonte zugleich, dass die Umrüstung auf das European Train Control System bereits auf 620 Streckenkilometern abgeschlossen sei.
Dieses europäische Zugbeeinflussungssystem ermöglicht den Zügen, Informationen zu Geschwindigkeit und Streckenfreigabe direkt im Führerstand zu empfangen, ohne auf externe Signale angewiesen zu sein.
Für die betroffene Strecke zwischen České Budějovice und Plzeň (Pilsen) haben die Behörden einen Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.