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Impfkrise

Immer mehr Eltern verweigern Impfung – USA tappen in die Seuchenfall

Immer mehr Eltern verweigern Impfung – USA tappen in die Seuchenfall
Foto: Bild mit KI erstellt
3 Min. Lesezeit |

Immer mehr US-Kinder starten ungeimpft ins Schulleben – und die Zahlen erreichen einen neuen Rekord.

In den Vereinigten Staaten nimmt die Zahl jener Kinder zu, die ohne die gesetzlich vorgesehenen Schutzimpfungen eingeschult werden. Aktuelle Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigen, dass im Schuljahr 2025/26 bereits 4,2 Prozent der Schulanfänger über eine Impfbefreiung verfügten – ein historischer Höchstwert. Im Schuljahr davor lag dieser Anteil noch bei 3,6 Prozent, im Jahr 2020/21 sogar bei lediglich 2,2 Prozent. Bemerkenswert dabei: Die überwiegende Mehrheit dieser Ausnahmen wurde nicht auf medizinischer Grundlage gewährt.

Gleichzeitig sinken die Impfquoten bei mehreren zentralen Kinderkrankheiten. Die Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln – kurz MMR – weist derzeit eine Abdeckung von 92,4 Prozent auf. Damit bleibt die Quote deutlich unter dem Schwellenwert von 95 Prozent, der bei Masern als Mindestvoraussetzung für einen wirksamen Gemeinschaftsschutz gilt. Auch bei Windpocken ist ein Rückgang zu verzeichnen: Die Impfquote fiel von 94 auf 93,4 Prozent. Bei der Kombination aus Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten liegt sie mittlerweile bei 92 Prozent. Diese Entwicklung trifft die USA zu einem Zeitpunkt, an dem das Land gleichzeitig mit einer erhöhten Zahl an Masernerkrankungen konfrontiert ist. Für das Jahr 2025 wurden insgesamt 2.289 bestätigte Masernfälle gemeldet, davon 48 Ausbrüche; 90 Prozent der Fälle waren ausbruchsassoziiert.

Regionale Unterschiede

Besonders ausgeprägt ist die Situation in fünf überwiegend ländlich geprägten Bundesstaaten. In Idaho waren im Schuljahr 2022/23 knapp elf Prozent der Erstklässler von mindestens einer empfohlenen Impfung ausgenommen. Oregon verzeichnet vergleichbare Werte – und das bereits zum dritten Mal in Folge. Ein völlig anderes Bild zeigt sich hingegen in Kalifornien, New York und West Virginia, wo die Ausnahmequote bei jeweils 0,1 Prozent liegt.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen variieren dabei erheblich zwischen den Bundesstaaten: Medizinische Ausnahmen sind landesweit anerkannt, während religiöse oder persönliche Befreiungsgründe unterschiedlich gehandhabt werden. Die CDC warnt, dass eine regionale Häufung solcher Ausnahmen einzelne Gemeinden einem deutlich erhöhten Risiko für Ausbrüche vermeidbarer Krankheiten aussetzen kann.

Ursachen des Trends

Die Gründe für die wachsende Bereitschaft von Eltern, Impfbefreiungen zu beantragen, sind vielschichtig. David Margolius, Leiter des Gesundheitsamtes in Cleveland im Bundesstaat Ohio, nannte gegenüber ABC News unter anderem eine zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber impfpräventablen Erkrankungen sowie strukturelle Veränderungen in der medizinischen Grundversorgung als Folge der Corona-Pandemie. Viele Familien hätten in dieser Zeit den regelmäßigen Kontakt zu Kinderärztinnen und Kinderärzten verloren. Zudem habe die allgemeine Verunsicherung rund um Impfungen und Infektionskrankheiten spürbar zugenommen.

Für Behörden im Bereich der öffentlichen Gesundheit ist dieser Trend aus einem grundlegenden Grund relevant: Schulimpfprogramme verfolgen nicht allein das Ziel, einzelne Kinder zu schützen – sie sollen auch verhindern, dass sich Krankheiten innerhalb von Schulen und darüber hinaus in der Bevölkerung rasch verbreiten.

Die CDC betont in diesem Zusammenhang, dass hohe Impfquoten in Kombination mit klaren schulischen Vorgaben wesentlich zur Eindämmung impfpräventabler Erkrankungen beitragen.

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KO KOSMO-Redaktion
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