Mit einem Millionen-Deal wurde er reich, jetzt sorgt er mit seiner Erziehungsmethode für Aufsehen: Influencer Garrett Gee wirft seinen sechsjährigen Sohn von einer Klippe ins Meer.
Nach seinem 54-Millionen-Dollar-Deal mit Snapchat für seine mobile Scan-App im Jahr 2015 entschied sich Garrett Gee für einen radikalen Lebenswandel. Gemeinsam mit seiner Frau verkaufte das Paar seinen gesamten Besitz in Utah und gründete den Social-Media-Kanal „The Bucket List Family“, um mit ihren Kindern als digitale Nomaden die Welt zu erkunden.
„Die meisten Menschen werden es nicht mögen, wie wir unseren Kindern das Klippenspringen beibringen“, erklärt Garrett Gee in einem aktuellen Beitrag auf dem Instagram-Account „The Bucket List Family“, den er gemeinsam mit seiner Frau Jess für ihre rund drei Millionen Follower:innen betreibt. Er fügt hinzu: „Das ist kein Erziehungsrat. Es ist nichts, von dem ich rate, dass ihr es auch versucht.“
Der begleitende Instagram-Clip zeigt den Influencer, wie er seinen Sohn Calihan von einem Felsvorsprung ins Meer wirft. Der Sechsjährige hatte laut Beschreibung den Wunsch geäußert, von dem Felsen zu springen, konnte sich jedoch nicht überwinden. Kurzerhand entschied sein Vater, nachzuhelfen. Die Familie zieht dabei einen Vergleich zur Tierwelt: „Ein Babyadler muss irgendwann das Nest verlassen – oder gestoßen werden, damit er lernt, wie man fliegt“, erläutert „The Bucket List Family“ im Begleittext.
Umstrittene Erziehungsmethode
In ihrem Post betont die Familie, dass sie nicht bei allen ihren Kindern so vorgehen würde. „Jedes Kind ist verschieden und so unterscheidet sich auch die Art und Weise, wie wir sie erziehen und ihnen das Klippenspringen beibringen.“ Das übergeordnete Ziel sei, den Nachwuchs darin zu bestärken, auch herausfordernde Situationen zu meistern.
Zahlreiche Anhänger der Familie unterstützen diesen Ansatz. „Ich will, dass meine Tochter alles versucht und mutiger als ich wird. Ich liebe es“, schreibt ein Fan. Ein anderer Kommentar lautet: „Als ich auf Hawaii aufgewachsen bin, haben wir das alle so gemacht. Ich wusste nicht, dass es gefährlich ist, bis ich älter wurde.“ Eine weitere Person meint anerkennend: „Gute Eltern lassen ihre Kinder auch schwere Sachen versuchen. Toller Job!“
Gespaltene Reaktionen
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen unter den Kommentaren. „Sein Schrei sagt alles. Er war nicht bereit. Mir gefällt das nicht“, äußert sich ein Follower besorgt. Eine andere Person kommentiert: „Er hat nicht nur nicht seine Angst überwunden, sondern auch noch eine neue erschaffen.“
Fast wie eine Episode der umstrittenen MTV-Sendung „Jackass“ wirkt das Video auf manche Betrachter – ein Blick in die Kommentarspalte offenbart ähnlich gespaltene Reaktionen wie bei der kontroversen Fernsehshow.
Psychologische Bewertung des Vorfalls
Psychologinnen und Psychologen melden in aktuellen Medienberichten ernsthafte Bedenken gegenüber solchen erzwungenen Mutproben an. Sie warnen, dass Kinder, die in herausfordernde Situationen gedrängt werden, ohne selbst die Kontrolle zu haben, Vertrauensverlust gegenüber den Eltern entwickeln können. In den Fachkommentaren zum Video wird betont, dass solche Erlebnisse das Risiko bergen, neue Ängste zu erzeugen, anstatt Resilienz zu fördern.
„Entscheidend für die gesunde Entwicklung von Kindern ist, dass sie Herausforderungen als selbstbestimmt erleben“, bestätigen Experten gegenüber Medienportalen. Das gezielte Fördern von Mut könne zwar die Entwicklung von Selbstvertrauen unterstützen – allerdings nur, wenn individuelle Grenzen respektiert und das Kind aktiv in die Entscheidung einbezogen wird.
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Ob Garretts Sohn die Erfahrung als Erfolgserlebnis oder als Vertrauensbruch verarbeitet, hängt laut Fachleuten stark davon ab, wie der Vater die Situation vor- und nachbereitet hat und ob das Kind tatsächlich in einem sicheren Rahmen handeln konnte.