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Mordprozess

Jahrzehntelang gepflegt: 86-Jährige gesteht Tötungsversuch an Tochter

Jahrzehntelang gepflegt: 86-Jährige gesteht Tötungsversuch an Tochter
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Jahrzehntelange Pflege, ein verzweifelter Moment – und eine Anklage wegen versuchten Mordes. Am Landesgericht Salzburg steht eine 86-Jährige vor Gericht.

Am Landesgericht Salzburg wird derzeit ein Fall verhandelt, der sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung als außergewöhnlich tragisch einstufen: Eine 86-jährige Frau steht wegen versuchten Mordes an ihrer Tochter vor Gericht. Am Montag räumte die Pensionistin die wesentlichen Tatvorwürfe ein.

Vor dem Richter beschrieb die Angeklagte, wie sie ihre Tochter über Jahrzehnte hinweg gepflegt hatte. Die 61-Jährige könne weder lesen noch schreiben, schilderte sie. Als ihr Sohn einen Pflegeplatz für die Tochter organisiert habe, sei diese in Tränen ausgebrochen und habe die Mutter inständig gebeten, nicht in ein Heim gebracht zu werden.

Lebensgefährliche Dosis

Der Anklage zufolge soll die Frau ihrer schwerstbehinderten Tochter im Oktober eine lebensgefährliche Menge an Schlaftabletten verabreicht haben. Auch sie selbst nahm die Medikamente in potenziell tödlicher Dosis ein. Ein Sachverständiger bestätigte später, dass beide Mengen lebensbedrohlich gewesen seien. In der Wohnung der Pensionistin wurde laut Staatsanwaltschaft ein Abschiedsbrief sichergestellt, in dem sie geschrieben haben soll, keinen Ausweg mehr zu sehen und nicht mehr zu können.

Sowohl die Staatsanwältin als auch Verteidiger Markus Kobler bezeichneten den Fall als besonders tragisch. Laut ORF erklärte die Staatsanwältin, die Tochter leide an einer angeborenen Entwicklungsstörung mit schwerer Intelligenzminderung. Der Verteidiger betonte die tiefe Verbundenheit zwischen Mutter und Tochter: Die 61-Jährige sei der Mittelpunkt im Leben der Angeklagten gewesen, die sich über viele Jahre aufopferungsvoll um sie gekümmert habe.

Urteil erwartet

Die Tochter lebt mittlerweile in einem Pflegeheim. Die Angeklagte gab vor Gericht an, dass sie dort glücklich sei.

Ein Urteil könnte noch am Montag gesprochen werden – wobei auch die Einschätzungen psychiatrischer Gutachter in die Entscheidung einfließen.

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KO KOSMO-Redaktion
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