Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Sparpaket

Jeder vierte Job weg: WKO kündigt massiven Stellenabbau an

Jeder vierte Job weg: WKO kündigt massiven Stellenabbau an
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Ein Viertel der Belegschaft, 100 Millionen Euro Einsparung – die WKO setzt auf radikalen Umbau. Und der Betriebsrat erfuhr davon fast zufällig.

Die Wirtschaftskammer Österreich steht vor dem umfangreichsten Stellenabbau seit Jahren. Bis Ende 2027 sollen in der Wiener Kammerzentrale 200 von rund 800 Vollzeitstellen gestrichen werden – das entspricht einem Viertel der gesamten Belegschaft. Über den Zeitraum bis 2030 peilt die WKO Einsparungen von insgesamt 100 Millionen Euro an.

Am Mittwochvormittag werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen einer Betriebsversammlung über die Details des Sparprogramms in Kenntnis gesetzt. Die Ankündigung traf viele Beschäftigte unvorbereitet. Betriebsratsvorsitzender Reinhard Kopf gab gegenüber Ö1 an, bislang lediglich über die Eckpunkte informiert worden zu sein.

In die Planungen zum Personalabbau sei er nicht einbezogen worden. Von den konkreten Vorhaben habe er erst am Montag erfahren – einen Tag vor der öffentlichen Bekanntgabe.

Schultz‘ Sparkurs

WKO-Präsidentin Martha Schultz stellt sich hinter die weitreichenden Einschnitte. Das erklärte Ziel ist eine schlankere und leistungsfähigere Kammer. „Ziel ist es, Ressorts konsequent auf jene Aufgaben zu konzentrieren, die unmittelbar zum Nutzen der Mitgliedsbetriebe beitragen und die Schlagkraft der Organisation stärken“, heißt es von der Kammerführung.

Parallel zum Stellenabbau wird auch die Führungsstruktur verschlankt. Das Generalsekretariat soll auf die Hälfte reduziert, Überschneidungen beseitigt und Abläufe gestrafft werden. Die WKO versichert, den Personalabbau sozialverträglich zu gestalten – unter anderem durch den Abgang von Mitarbeitern in die Pension sowie durch natürliche Fluktuation.

Reaktionen

Rückendeckung erhält Schultz auch aus den eigenen Reihen. Matthias Krenn, Obmann der Freiheitlichen Wirtschaft, bezeichnete den Stellenabbau gegenüber Ö1 als „in jedem Fall angemessen“. „Ohne dem geht es nicht, weil wir Mitglieder entlasten wollen und uns als Wirtschaftskammer in Zukunft auf Kernaufgaben konzentrieren wollen“, so Krenn.

Auch Sabine Jungwirth von der Grünen Wirtschaft hält die Einsparungen grundsätzlich für unumgänglich. Allerdings sieht Jungwirth noch erheblich mehr Potenzial: Eine stärkere Zusammenlegung von Strukturen der Bundes- und Landeskammern könnte ihrer Einschätzung nach sogar Einsparungen von bis zu 175 Millionen Euro ermöglichen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen