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Kann Fremdgehen genetisch bedingt sein?

Kann Fremdgehen genetisch bedingt sein?
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3 Min. Lesezeit |

Genetische Faktoren könnten erklären, warum manche Menschen häufiger fremdgehen als andere. Besonders ein Rezeptor für das Glückshormon Dopamin steht im Fokus der Wissenschaft.

Untreue könnte in den Genen liegen, wie aktuelle Forschungsergebnisse nahelegen. Statistiken zeigen, dass etwa jeder dritte Deutsche bereits einmal untreu war. Dabei nehmen auch Affären von Frauen zu, ebenso wie von ihnen initiierte Trennungen. Die Motive für Seitensprünge unterscheiden sich jedoch zwischen den Geschlechtern erheblich.

Während Frauen häufig aus emotionaler Vernachlässigung fremdgehen, suchen Männer eher das sexuelle Abenteuer. Doch spielt möglicherweise auch die genetische Veranlagung eine entscheidende Rolle. Hinweise darauf liefert eine Untersuchung der Genetikerin Lynn Cherkas vom King’s College London, die 1600 weibliche Zwillingspaare analysierte.

Genetische Faktoren

Die Studienergebnisse sind aufschlussreich: Bei eineiigen Zwillingen stieg die Wahrscheinlichkeit für Untreue um das 1,5-fache, wenn die Zwillingsschwester bereits einen Seitensprung begangen hatte. Finnische Wissenschaftler bestätigen diese genetische Komponente. Ihren Erkenntnissen zufolge ist Fremdgehen bei Männern zu 60 Prozent und bei Frauen zu 40 Prozent genetisch bedingt. Als Schlüsselfaktor identifizierten sie den Dopamin-D4-Rezeptor (DRD4), dessen Varianten die Verarbeitung des Glückshormons beeinflussen.

Aktuelle Forschungen bestätigen diese Zusammenhänge: Menschen mit bestimmten Genvarianten des DRD4-Systems zeigen nicht nur eine höhere Neigung zu Untreue, sondern auch zu risikoreichem Verhalten generell. Zusätzlich wurde bei Frauen ein Zusammenhang mit dem Vasopressinrezeptor-Gen nachgewiesen, das ebenfalls das Bindungsverhalten beeinflusst.

Dopamin-Einfluss

Diese genetische Besonderheit wirkt sich jedoch nicht nur auf Beziehungsverhalten aus. Betroffene neigen generell zu riskantem Verhalten sowie zu Spiel- und Alkoholsucht, da sie stärkere Reize benötigen, um Glücksgefühle zu erleben. „Wir gehen davon aus, dass Dopamin auch die Impulskontrolle mitsteuert, da es eng mit Suchtverhalten verknüpft ist“, erklärt Dr. Thomas Plieger von der Universität Düsseldorf. Eine weitere Studie wies zudem bei Frauen einen Zusammenhang mit dem Hormon Vasopressin nach.

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Wichtig ist jedoch zu betonen: Gene determinieren das Verhalten nicht vollständig. Experten schätzen den genetischen Einfluss auf etwa 60-63 Prozent bei Männern und rund 40 Prozent bei Frauen. Das bedeutet, dass bewusste Entscheidungen, das soziale Umfeld und persönliche Werte weiterhin entscheidende Faktoren bleiben. Dennoch liefern diese Erkenntnisse wichtige Einblicke in die biologischen Grundlagen menschlicher Beziehungen und können helfen, Verhaltensmuster besser zu verstehen.

Dennoch bleiben persönliche Charaktereigenschaften und bewusste Entscheidungen die maßgeblichen Faktoren bei Untreue.

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KO KOSMO-Redaktion
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