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Sensationsfund

Keine Kronjuwelen!” – Habsburg-Erbe kämpft um aufgetauchten Familienschatz

Habsburg
Foto: iStock/epa Zsolt Szigetvary

Nach 100 Jahren ist ein verschollener Schatz der Habsburger in Kanada wieder aufgetaucht. Wie das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel vergangene Woche berichtete, befindet sich darunter auch der legendäre gelbe “Florentiner” Diamant. Karl Habsburg stellte sich am Montag in der ZiB2 den Fragen von Armin Wolf zu diesem Fund.

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht der Florentiner Diamant, eines der bekanntesten Schmuckstücke aus dem Besitz der Habsburger. Während Historiker argumentieren, dass dieser Edelstein ursprünglich zum Staatsvermögen des Großherzogtums Toskana zählte und daher nicht als Privateigentum betrachtet werden kann, vertritt Habsburg eine andere Position. “Franz Stephan von Lothringen hat diesen Stein und einige Schätze der Medici (italienische Herrscherfamilie) mitgenommen,” erklärte er und verwies auf Gutachten italienischer Rechtsexperten, die keinen Anspruch des italienischen Staates erkennen würden.

Die Frage nach dem rechtmäßigen Eigentum an den Juwelen wird von namhaften Historikern angezweifelt. Sie führen an, dass der persönliche Schmuck der Habsburger 1918 in Wien-Hietzing aufbewahrt wurde, während die nun aufgetauchten Stücke aus der Wiener Hofburg-Schatzkammer stammen könnten und somit Staatseigentum wären. Habsburg beharrt jedoch auf seiner Einschätzung: „In allen Aufzeichnungen aus der Zeit von der Schatzkammer wird es als Privatschmuck des Kaisers geführt.” Er betont, dass unterschiedliche juristische und historische Bewertungen existieren, die seiner Ansicht nach die Position seiner Familie stützen.

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Eigentumsfrage ungeklärt

Karl Habsburg selbst erfuhr erst in jüngster Vergangenheit von der Existenz dieser wertvollen Schmuckstücke. Er betonte im Interview: „Es sind keine Kronjuwelen. Die Kronjuwelen sind öffentlich zugänglich in der Schatzkammer. Es handelt sich um private Juwelen der Familie.”

Die Veröffentlichung dieser Informationen folgte einem durchdachten Plan. „Es hat sich einfach ergeben, dass es jetzt gepasst hat”, erläuterte Habsburg. Der Zeitpunkt der Bekanntgabe wurde erst nach umfangreichen historischen und juristischen Prüfungen festgelegt.

Für den Fall, dass Italien dennoch Ansprüche auf die Juwelen erheben sollte, sieht Karl Habsburg sich nicht in der Verantwortung. „Mir gehören die Steine nicht. Die gehören einer Stiftung in Kanada, die sich damit rechtlich auseinandersetzen müsste.”

Habsburgs Selbstverständnis

Neben der Diskussion um die Juwelen steht auch Habsburgs Position als Großmeister des St. Georg-Ordens im Fokus. Kritiker werfen ihm vor, durch die Verwendung von Titeln wie “seine kaiserlich-königliche Hoheit” den Eindruck zu erwecken, er betrachte sich als legitimen Kaiser Österreichs. Habsburg weist diese Vorwürfe zurück: “Das ist einfach ein Respekt vor der Geschichte. Ich nehme das nicht persönlich und habe keine Vorlieben oder Abneigungen in dieser Frage.”

Der Orden, in dem er bekannte Politiker zu Rittern ernennt, stelle eine Verbindung zur Vergangenheit dar. “Wir haben eine große Geschichte in Österreich, die wir nicht verstecken brauchen”, unterstrich Habsburg.

Auf die direkte Frage, ob er sich als rechtmäßigen Kaiser Österreichs betrachte, antwortete er diplomatisch: „Ich sehe mich als Karl Habsburg-Lothringen, der Interesse an der österreichischen Geschichte hat, aber noch viel mehr an der gegenwärtigen europäischen Position Österreichs.”