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Keine Öffis mehr: ÖBB sperren zwei Bahnhöfe

Keine Öffis mehr: ÖBB sperren zwei Bahnhöfe
FOTO: ÖBB
2 Min. Lesezeit |

Während die ÖBB Rekordzahlen bei Fahrgästen verzeichnet, droht zwei Bahnhöfen im Salzburger Pinzgau das Aus. Die Schließung würde einen Ort komplett vom öffentlichen Verkehr abschneiden.

Der Bahnverkehr in Österreich verzeichnet einen bemerkenswerten Aufschwung. Die ÖBB konnten 2024 erstmals über 511 Millionen Fahrgäste in Bus und Bahn transportieren – ein neuer Rekordwert, der einem Anstieg von rund 10 Prozent im Nah- und Regionalverkehr gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser deutliche Fahrgastzuwachs ist ein klares Zeichen für die Renaissance des Schienenverkehrs, obwohl das Streckennetz heute deutlich weniger engmaschig ist als in der Zeit vor der massenhaften Verbreitung des Automobils.

Doch dieser Aufschwung erreicht nicht alle Regionen gleichermaßen. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Haltestellen stillgelegt, darunter auch die Station Wien-Lobau. Als Begründung führten die Verantwortlichen stets die mangelnde Nutzung durch Fahrgäste an.

Salzburger Stationsschließungen

Dieses Schicksal droht nun auch zwei Bahnhöfen im Salzburger Pinzgau. Laut einem Bericht von „Salzburg 24“ sollen mit dem Fahrplanwechsel im Dezember die Haltepunkte Gerling in Saalfelden sowie Eschenau in Taxenbach aufgelassen werden. Beide Stationen liegen an der S3-Strecke, die von Freilassing in Bayern über Salzburg entlang des Salzachtals bis nach Saalfelden führt.

„Wir beobachten seit längerer Zeit, dass die Nachfrage an den Haltestellen Eschenau und Gerling sehr gering ist. Das hat sich auch im Zuge der allgemein gestiegenen Nachfrage der vergangenen Jahre nicht gebessert“, erklären die ÖBB gegenüber S24.

Der Bürgermeister von Taxenbach kritisiert, dass seine Gemeinde bei dieser Entscheidung vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei. Besonders problematisch: Nach der geplanten Schließung wäre Eschenau komplett vom öffentlichen Verkehrsnetz abgeschnitten. Zwar liegt die Haltestelle bereits jetzt etwa 40 Gehminuten vom Ortszentrum entfernt, doch für den Winter war bereits ein Mikro-ÖV (bedarfsorientierter Kleinbus) als Zubringer in Planung.

Verbesserte Verbindungen

Für den Pinzgau gibt es allerdings auch positive Entwicklungen: Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn werden Kapazitäten für eine Ausweitung des Schienenverkehrs in Salzburg frei. Ab dem kommenden Fahrplanwechsel wird die Verbindung ab Saalfelden beschleunigt – die Fahrzeit verkürzt sich um fünf Minuten, und statt im Zweistundentakt werden die Züge künftig stündlich verkehren.

Gleichzeitig investieren die ÖBB gemeinsam mit dem Land Salzburg und der Gemeinde Maishofen rund 18,5 Millionen Euro in einen neuen, barrierefreien Bahnhof Maishofen, um die Qualität des Bahnverkehrs in der Region weiter zu erhöhen und die Infrastruktur langfristig zu sichern.

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KO KOSMO-Redaktion
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