Ein möglicher EU-Beitritt Montenegros würde den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der Union mit rund 3,2 Milliarden Euro belasten. Die Berechnungen beziehen sich auf den Zeitraum von 2028 bis 2034 und stammen aus Schätzungen der EU-Kommission. Gemessen am Gesamtvolumen des EU-Haushalts handelt es sich um eine vergleichsweise überschaubare Summe – für jeden einzelnen EU-Steuerzahler würde der Beitritt weniger als einen Euro pro Jahr ausmachen.
Politisch kommt der Zahl dennoch Gewicht zu, weil sie erstmals konkrete Zahlen zur nächsten Erweiterungsrunde auf den Tisch legt. Das kleine Adrialand mit rund 600.000 Einwohnern führt bereits seit Jahren Beitrittsgespräche mit Brüssel und strebt eine Mitgliedschaft für das Jahr 2028 an. Ob dieser Zeitplan tatsächlich einzuhalten ist, bleibt offen: Von den 33 Verhandlungskapiteln waren bis Ende 2025 erst sieben vorläufig abgeschlossen, alle müssen fristgerecht finalisiert und der Beitrittsvertrag von allen EU-Mitgliedstaaten ratifiziert werden. Die Europäische Kommission hat am 22. April 2026 mit der Ausarbeitung eines Beitrittsvertrags begonnen.