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MORDFALL

Kopfschuss in Brigittenau: Igors Familie sucht selbst nach Mörder

Jägerstraße Mord Kopfschuss Brigittenau
(FOTO: Wikimedia Commons/My Friend; zVg.)

Rund ein Jahr ist vergangen, seitdem der Österreicher mit bosnischen Wurzeln vor einem Café mit einem Kopfschuss getötet wurde.

Es war am Ostersonntag vergangenen Jahres als im 20. Wiener Gemeindebezirk ein Streit mit einem Toten endete. Der 27-Jährige Kosovare Shkelzen D. und Igor z. (26) gerieten in eine verbale Auseinandersetzung auf offener Straße.

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Am Montagvormittag kam es in Braunau zu einer unglaublichen Bluttat. Ein 28-Jähriger tötete seine eigene Mutter.

Diese spitzte sich zu, woraufhin der 26-Jährige auf den Tatverdächtigen eingeschlagen haben soll. Der Kosovare soll daraufhin mit seiner Pistole zurückgeschlagen haben. Der Mann war aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit – er war in einer Diskothek als Türsteher beschäftigt – bewaffnet.

Dabei soll sich der tödliche Schuss gelöst und Igor in den Kopf getroffen haben. Wenig später stellte sich Shkelzen D. selbst.

Kein Urteil nach Geschworenengericht
Im November vergangenen Jahres wurde der Fall dann vor Gericht verhandelt. Die acht Laienrichtern verwarfen die Anklage trotzt des Selbstgeständnisses des verdächtigten Kosovaren, der kurz nach dem Tod von Igor T. bei der Polizei folgendes aussagte: „Ich habe die Sch***e da gerade gemacht auf der Jägerstraße. Ich wollte das nicht.“

Die Laienrichter begründeten ihre Entscheidung gegen die Mordanklage damit, dass es sich auch um auf Körperverletzung mit Todesfolge und Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen, oder Notwehr- bzw. Notwehrüberschreitung handelt könnte.

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Auch das Bundeskriminalamt legte entlastende Beweise vor. Nach detaillierten Untersuchungen seien auf den Kleidungsstücken und Händen des Verdächtigen nur „vernachlässigbare Schmauchspuren“ festgestellt worden – laut Expertengutachten zu wenig, um eine Schussabgabe nachweisen zu können.

Auch wenn die Geschworenen davon ausgingen, dass Shkelzen D. nicht der Todesschütze war, so setzten die drei Berufsrichter den Wahrspruch aus: „Wir sind übereinstimmend zur Überzeugung gelangt, dass die Geschworenen geirrt haben“, so der vorsitzende Richter Georg Olschak damals.

Eltern suchen selbst nach Täter – Neue Beweise?
Nun ist vor einigen Tagen ein Plakat in Wien Brigittenau aufgetaucht, welches für großes Aufsehen sorgte: „Wir, die trauernde Familie und Freunde von Igor, bitten Sie um Ihre Hilfe. Jeder Hinweis zur Tat kann hilfreich sein“ ist darauf zu lesen.

Wie „Heute“ berichtet soll ein Handyfoto vom Tatort neue Aufschlüsse zum Fall geben. Dieses Bild soll die Unschuld des bisherigen Tatverdächtigten beweisen. Der mutmaßliche Täter auf dem Foto könne aufgrund der Körpergröße und anderen äußerlichen Merkmalen kaum Shkelzen D. sein. Die Polizei hätte die Fotos jedoch nie in den Beweismittelakt aufgenommen.

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Unter Vorwand verschaffte sich die Verdächtige Zugang zur Wohnung, wo sie die Seniorin bedroht und bestohlen haben soll.

 

Neue Verhandlung
Nachdem Richter Olschak das Urteil vergangenen Jahres aussetzte, so wird sich der mittlerweile 28-Jährige Kosovare am 1. März abermals vor Gericht verantworten müssen.

Ob bis neue Beweise aus der Bevölkerung eine Wende im Fall bringen werden und zu welchen Erkenntnissen die Tätersuche der Familie des Opfers kommen wird, bleibt abzuwarten. Bis dato gilt die Unschuldsvermutung.

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