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FAMILIENTYRANN

Kosovare tötet Ehefrau, weil sie nicht mehr „wie eine Sklavin“ leben will

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Symbolbild (FOTO: iStock)

Ein 56-jähriger Kosovare wurde am Mittwoch in Deutschland wegen Mordes an seiner Ehefrau zu lebenslanger Haft verurteilt. Er soll die Unabhängigkeit seiner Ehefrau nicht ertragen und sie deshalb erstochen haben.

Im Oktober 2020 soll ein 56-jähriger Kosovare aus Regensburg (Deutschland) seine Ehefrau mit mehreren Messerstichen getötet haben. Als Motiv für die Tat wurde zunächst Eifersucht angenommen, doch wie sich im Prozess herausstellte, soll der Kosovare nicht mit der Emanzipation seiner Gattin zurecht gekommen sein und wollte „die alte Ordnung wiederherstellen, mit der er seine Ehre verband“. Der Mann wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ehefrau lebte „wie eine Sklavin“
„Wie ein Tyrann“ soll der Kosovare jahrelang über seine Familie geherrscht haben. Seine Ehefrau habe „wie eine Sklavin“ gelebt, durfte nicht ausgehen und auch nur in Begleitung einkaufen gehen. Auch einen Deutschkurs soll der 56-Jährige ihr verboten haben. Während des Mordprozesses sprachen auch die Kinder des Mannes über ihre Erfahrungen mit dem „Familientyrann“: Sie hätten sich – anders als in „normalen Familien“ nicht gefreut, mittags von der Schule nach Hause zu kommen, sondern als erstes immer gefragt, ob „er“ zuhause sei.

Gefängnisstrafe veränderte das Machtgefüge
Doch plötzlich konnte der Kosovare nicht mehr über seine Familie „herrschen“, da er neun Monate wegen Kokainschmuggels in Österreich im Gefängnis saß. In dieser Zeit gelang es der Familie schließlich, sich von der Tyrannei des 56-Jährigen zu befreien. Als er wieder aus dem Gefängnis zurückkam, hatten sich die Machtverhältnisse in der Familie verändert. Er konnte nicht mehr über diese bestimmen. Das Ganze gipfelte darin, dass seine Tochter ihn rauswarf, nachdem er sie bedroht hatte. Nach einer darauffolgenden Versöhnung sei er kurzzeitig „wie ausgewechselt gewesen“. Doch diese vermeintliche Veränderung hielt nicht lange an…

Mord wegen Machtverlust
Doch im Oktober 2020 kam es dann schließlich zu der Bluttat. In der gemeinsamen Wohnung soll der Angeklagte seine Frau mit über 12 Messerstichen getötet haben. Im Prozess gestand der Mann seine Tat, gab jedoch als Motiv Eifersucht an: Er soll auf dem Handy seiner Frau mehrere entgangene Anrufe einer ihm fremden Nummer entdeckt haben und vermutete eine Affäre. In Wahrheit gehörte die Nummer allerdings dem Bruder des Opfers.

Das Gericht ging in seiner Urteilsverkündung jedoch davon aus, dass das Motiv in Wirklichkeit ein anderes war: Er habe es nicht ertragen können, dass sich seine Familie von ihm emanzipiert hatte und seine Frau keine Angst mehr vor ihm gehabt habe, so der Vorsitzende Richter: „Er wollte die alte Ordnung wiederherstellen, mit der er seine Ehre verband.“ Dieser nicht überwundene „Machtverlust“, sei das eigentliche Motiv. Das Landgericht Regensburg verurteilte den Kosovaren wegen Mordes zu lebenslanger Haft.

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