Türkisblaues Wasser, majestätische Klippen und ein Leuchtturm, der die Adria überragt – Dugi Otok bewahrt seine Schätze vor dem Massentourismus.
Dugi Otok, die langgezogene Insel vor der Küste Zadars (Kroatien), präsentiert sich als verborgenes Paradies in der Adria. In nur etwa 90 Minuten erreicht man per Fähre oder Katamaran dieses Eiland, das vom Massentourismus bislang verschont geblieben ist – ein Refugium für Reisende, die nach Stille und ursprünglicher Schönheit suchen.
Der Naturpark Telašćica beeindruckt mit imposanten Klippen, die sich bis zu 160 Meter über dem Meeresspiegel erheben und fotogene Panoramen bieten. Ein ausgeschilderter Pfad führt zum Salzwassersee Mir, der ideale Bedingungen zum Baden und Sonnenbaden schafft. Am anderen Ende des Spektrums lockt der Sakarun-Strand mit seinem hellen Sand und kristallklarem, türkisfarbenem Wasser – eine mediterrane Szenerie, die an karibische Gefilde erinnert und zu den schönsten Küstenabschnitten Kroatiens zählt.
Als markantes Wahrzeichen ragt der Leuchtturm von Veli Rat empor. Als höchster seiner Art in der Adria belohnt er Besucher nach dem Aufstieg mit einem panoramareichen Ausblick auf die umliegende Inselwelt.
Naturschätze entdecken
Eine Bootsfahrt durch den Nationalpark Kornaten eröffnet Einblicke in die größte und dichtbesiedeltste Inselgruppe der kroatischen Adria. Hier zeigt Skipper Branimir Besuchern die charakteristischen Verkarstungen und die markanten Steilwände, die von Einheimischen als „Krune“ – Kronen – bezeichnet werden.
Die kulturelle Identität der Insel verkörpert Goran Morović, der als Olivenbauer eine Familientradition fortsetzt, die bis ins Jahr 1607 zurückreicht. Vor vier Jahren ließ er die Villa Nai 3.3 errichten – ein exklusives Öko-Resort mit unkonventioneller Architektur, umgeben von über tausend Olivenbäumen. Diese wachsen auf fünf Kilometer langen Terrassen mit Trockensteinmauern, die zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe gehören.
Architektur erleben
Architekturliebhaber werden von der Villa Nai 3.3 fasziniert sein, einem Entwurf von Nikola Bašić, der auch die Meeresorgel in Zadar konzipierte – eine 70 Meter lange Steintreppe, die bei Wellengang Orgelklänge erzeugt. Daneben befindet sich eine 22 Meter große Solarscheibe, die nach Einbruch der Dunkelheit in farbigen Lichtmustern pulsiert.
Für Entdecker bietet Dugi Otok verborgene Schätze: Mit Boot oder Kajak lassen sich abgelegene Buchten, versteckte Meeresgrotten und sogar ehemalige U-Boot-Bunker aus der Zeit des Kalten Krieges erkunden.
Die Insel, deren Name wörtlich „Lange Insel“ bedeutet, erstreckt sich über 45 Kilometer und bietet im Gegensatz zu ihrem amerikanischen Namensvetter eine beschauliche und authentische Atmosphäre.
Hier dominiert nicht hektischer Tourismus, sondern die Einladung zur Entschleunigung.